Stimmungsvolle Laternenparade zum Gedenken an die Opfer in Japan
Die ersten Besucherinnen hatten die weiteste Anfahrt. Aus Bernau, wo die Panke entspringt, kamen die beiden jungen Frauen, die sich für das Programm "Stelldichein an der Panke auf Japanisch" interessierten. Von der Ankündigung für das zweite Stelldichein an der Panke hatten sie aus einer Barnimer Zeitung erfahren. Das Stelldichein wurde nämlich nicht nur von verschiedenen Berliner Zeitungen und Internetportalen angekündigt, sondern auch von brandenburgischen Medien. Durch die gute Pressearbeit und durch die bestehenden Kontakte der beiden beteiligten Vereine ist es gelungen, insgesamt über 50 Personen für diese besondere Veranstaltung zu begeistern.
Wie schon beim ersten "Stelldichein" waren zwischen der Soldiner Straße und der Fußgängerbrücke an der Gotenburger Straße in Berlin-Gesundbrunnen Tische und Stühle am Wegesrand aufgestellt. Die kleine Parkanlage am Panke-Grünzug war belagert von kleinen Gruppen, die sich ihr Picknick mitgebracht hatten - ein zwangloses Treffen an einem Spätsommertag, wie es sich auch die Initiatoren vom Soldiner Kiez e.V. und panke.info e.V. vorgestellt hatten.
Der rote Faden, die Freunde der Panke sprechen vom blauen Faden, war diesmal das Thema Japan. Nachdem die Wiese an der Panke gründlich gesäubert, geschmückt und von einer künstlerischen Aktion bereichert wurde, startete das Programm mit japanischem Akzent: zunächst konnten sich Bastelfreunde bei einem Workshop in die Kunst des Papierfaltens einweisen lassen. Weitere Programmpunkte waren ein Japanischkurs zum Reinschnuppern sowie eine Ausstellung und eine Diashow zur Hilfsaktion "Kunstwerke für Japan". Vieles am Land der aufgehenden Sonne, das den Menschen in unseren Breiten oft so fremd erscheint und das durch die Reaktorkatastrophe von Fukushima unsere Aufmerksamkeit gefunden hat, wurde den Besuchern auf diese Art näher gebracht.
Ein Höhepunkt waren sicherlich der Bau der japanischen Laternen. Diese gehen zurück auf das Fest der Toten, das die Japaner im August begehen. In dieser Zeit kommen die Geister der Ahnen aus dem Jenseits auf Besuch, so der japanische Volksglaube. Aus Anlass dieses Festes besinnt man sich die Verstorbenen. Viele Japaner besuchen daher das Familiengrab auf dem Friedhof und hängen dort Papierlaternen auf. Im Gedenken an die Opfer des Tsnunamis und des Reaktorunglücks bauten die Besucher des Stelldicheins gemeinsam Papierlaternen. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die schwimmenden Laternen in der Panke zu Wasser gelassen. Dieses wunderschöne Ereignis wurde von zahlreichen Menschen verfolgt. So endete das zweite Stelldichein an der Panke dieses Mal besonders stimmungsvoll.
Autoren: Thorsten Haas / Joachim Faust
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