Verlauf der Berliner Mauer: Unter der Grenze floss die Panke

von Joachim Faust (joachim) am 30.11.2009

Foto: der Pankeweg am MauerstreifenDie die Panke begleitende Wilhelm-Kuhr-Straße ist nach einem Bürgermeister der damals aufstrebenden Landgemeinde Pankow benannt und unterquert die Nordbahn (S1, S25, S85) in der Nähe des Bahnhofs Wollankstraße. Noch unter dem Brückenbogen erkennt man die Pflasterreihe, die den Verlauf der Berliner Mauer nachzeichnet.

An dieser Stelle haben die Grenzanlagen eine besonders breite Schneise geschlagen. Nicht einmal auf die links des Wegs fließende Panke haben die Anlage und die Überwachung der Grenze Rücksicht genommen. Rechts des Wegs, wo heute der Kolonnenweg abzweigt, wurden die Hinterhäuser an der Schulzestraße für die Grenzsicherung abgerissen. Jetzt wachsen dort zahlreiche Kirschbäume, die japanische Bürger nach dem Mauerfall gespendet haben.




Foto: Schulzestraße Ecke Wilhelm-Kuhr-StraßeGeht man in Richtung S-Bahnhof Wollankstraße, erkennt man ein einzelnes Gartengrundstück, das dem Besitzer rückübertragen wurde. Der Kolonnenweg ist hier unterbrochen und man muss das Grundstück auf einem Trampelpfad umgehen.

Kurz vor dem Fußgängertunnel des S-Bahnhofs befindet sich ein Findling, der als Gedenkstein für die japanische Baumspende dient. 








Foto: Am Bahnhofsvorplatz des S-Bahnhofs WollankstraßeDer S-Bahnhof Wollankstraße selbst (1877 unter dem Namen Prinzenallee eröffnet) ist eine repräsentative Anlage (Bahnhofsgebäude von 1893) mit einem zur Sternstraße hin angelegten halbrunden Schmuckplatz. Bei der Höherlegung der Nordbahn im Jahr 1903 wurde ein Viadukt geschaffen, der von seiner städtebaulichen Wirkung an die Berliner Stadtbahnstrecke erinnert. Der Bahnhof gehörte während der Teilung Berlins kurioserweise zum Ostteil, konnte aber nur vom Westteil aus betreten werden. Die Bahnstrecke ist seit 1925 elektrifiziert und damit S-Bahn-Strecke. Nach der Übernahme der S-Bahn in West-Berlin durch die BVG 1984 wurde dieser Streckenteil einige Monate lang nicht bedient.  

Wieder zurück auf dem Mauerstreifen: geht man vom Fußgängertunnel in Richtung Wollankstraße, erkennt man kurz vor dem Ende des Fußwegs einen denkmalgeschützten Elektro-Schaltkasten aus der Zeit der Teilung. Aber nur, wenn man genau hinschaut....

Weiterführende Links:

http://berliner-mauer.de/

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