Die Karower Teiche: Refugium für Gefiederte

von Joachim Faust (joachim) am 30.11.2009

Foto: Schild des NaturschutzgebietsDas 1994 ausgewiesene 127 Hektar große Schutzgebiet „Karower Teiche" hat eine herausragende Bedeutung als Rastgebiet für Zugvögel sowie als Brutgebiet für 69 teilweise gefährdete Vogelarten. In der feuchten Niederung des Panketales bildeten sich nach der Eiszeit durch natürliche Verlandungsprozesse Torfschichten heraus, deren Abbau im 19. Jahrhundert zur Bildung zweier Teiche führte. Diese wurden zur Fischzucht genutzt. Als 1910 die Stettiner Bahn höhergelegt wurde, entstanden aus den für den Sandabbau benötigten Gruben zwei weitere Teiche. Die Anlage der weitläufigen Rieselfelder und ihre Entwässerung über die Karower Teiche und den Lietzengraben führte in den 1920er Jahren zu einer derart hohen Schadstoffbelastung des Wassers, dass die Fischzucht wieder aufgegeben werden musste.

 

 

Foto: Aussichtsplattform an den Karower Teichen1985 wurde das Klärwerk Schönerlinde eröffnet, so dass keine Rieselfelder mehr benötigt wurden. Was gut für die Böden war, wirkte sich negativ auf den Wasserstand aus: Nach der Aufgabe der Verrieselung sank der Wasserspiegel der Karower Teiche. Der Boden versauerte schnell. Das Gelände wurde zwar wieder aufgeforstet, was jedoch durch den sauren Boden misslang. Abgesehen von der Belastung durch die Rieselfelder hatte sich in dem Gebiet weitgehend ungestört von menschlichen Eingriffen über Jahrzehnte eine schützenswerte Flora und Fauna entwickeln können. Neben vom Aussterben bedrohten Vogelarten finden sich auch seltene Frösche und Kröten sowie bedrohte Insekten.

Man kann das Naturschutzgebiet nur auf ausgewiesenen Wegen betreten. Für die Beobachtung der zahlreichen Vögel gibt es drei Aussichtsplattformen an den Rändern der Teiche. Mit einem Fernglas lassen sich Schwäne, Haubentaucher und andere Vögel gut beobachten. Auf Informationstafeln befinden sich Erläuterungen zu den hier beobachteten Tieren und Pflanzen.

Ganz in der Nähe befinden sich zwei Anrainerorte der Panke: westlich liegt Französisch-Buchholz, östlich Karow. Beide Orte haben noch heute einen alten Dorfkern, sind aber durch große Erweiterungsgebiete zu ausgedehnten Wohnstandorten geworden.

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