Eine Kräuterwanderung zum Langen Tag der Stadtnatur

von Joachim Faust am 19.06.2013

Wenn die „grünen Wilden“ rufen, dann kommen viele, viele, viele… um ihre Botschaft zu hören.
 
Astrid Sommerfeldt (Quelle: privat)Heilkräuter mitten in Berlin kennenzulernen, zu entdecken, mit allen Sinnen zu erleben, das war das Ziel von über 50 Besuchern einer Kräuterwanderung, initiiert, organisiert, begleitet und unterstützt vom Verein panke.info, durchgeführt von mir als „Kräuterfrau“ aus dem Barnim. 

Anders als sonst bin ich dieses Mal am Ufer der Panke mitten im Wedding, und nicht zu Hause in Panketal, unterwegs. Und ich muss auch hier nicht lange nach Heilpflanzen suchen! Schon auf den ersten Blick wuchert mir der wilde Hopfen entgegen, duften die Holunderblüten, präsentiert sich eine Kolonie der Taubnesseln. Die Lindenknospen sind kurz vor dem Knospenknall. Mit den Holunderblüten zusammen kommen sie in den Erkältungstee. Wie schön, dass sie so freundlschaftlich nebeneinander stehen. Einen eher scharfen Duft hat die Knoblauchrauke, das Pesto daraus schmeckt zart nach Bärlauch. Der Rotklee hilft den Frauen, die Brennnesselwurzel den Männern, wenn sie nicht mehr im jugendlichen Alter sind. Wir kommen mit unserer Wanderung nicht so richtig weiter, so groß ist die Fülle der Überlebenskünstler an der Ecke Ufer-/Bornemannstraße. 

Ein paar Schritte weiter zeigen sich die nächsten großen Heilpflanzen: Über die Heilkraft von Großer Klette und Schöllkraut kann ich berichten und Geschichten zu erzählen. Am Wegesrand, wie sollte es anders sein, stehen die Wegeriche und begleiten uns, kühlen Mückenstiche und müde Füße.

Voller Lebenskraft schaffen es die Heilpflanzen, ihren Lebensraum zu behaupten. Gibt es irgendwo in der dicht besiedelten Stadtlandschaft ein unbebautes Fleckchen, so müssen wir nicht lange warten, und etwas Grünes sprießt hervor. Machmal genügt eine Mauerritze oder eine Lücke zwischen Pflastersteinen. Die hilfreichen Ameisen tragen die Samen des Schöllkrautes an den Platz, an dem sie keimen werden. 
Die wilden Pflanzenpersönlichkeiten trotzen den Abgasen und der Trockenheit, dem Schmutzund dem täglichen Zertretenwerden.
Sie gedeihen zwischen Müll, Hundehinterlassenschaften und Bauschutt. Von ihren Überlebensstrategien können wir lernen, auch wenn wir sie am Straßenrand nicht sammeln sollten. Aber ihre Nähe enthält Botschaften, die es zu entschlüsseln gilt. Warum gedeihen sie genau dort? Was sagt dies über den Boden, die Umweltbedingungen aus? Wie sie es schon zu alter Zeit taten, folgen manche von ihnen dem Menschen in seine Siedlungsräume und dienen ihm als Medizin und Nahrung.
Einige verlieren nicht die „Geduld“ mit uns, andere leider schon.

Ich habe mich sehr gefreut, so vielen netten Pflanzeninteressierten zu begegnen und danke allen für ihr Verständnis, denn wir waren eine so große Runde.

Astrid Sommerfeldt

www.heilkraeuterpraxis.de

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