Die Abschnittsbevollmächtigten
Wenn Anwohner erfahren, dass es auch andere gibt
Viele Anwohner unseres Flusses, viele Institutionen in Wassernähe und Gewerbetreibende am Ufer interessieren sich für „ihr“ Stück Panke. Was naheliegt, weil der Fluss für sie nahe liegt. Ob andere Anrainer sich über die gleichen Dinge ärgern? Was kann einer allein schon ändern? Manch einer gibt den Kampf schon vorzeitig auf. Darum ist es schwer vorstellbar, dass eine Schule aus Berlin-Buch etwas mit einem Kino in Berlin-Wedding gemeinsam hat – abgesehen davon, dass beide an der Panke liegen.
Der Verein panke.info will dies ändern. Gerade wegen der anstehenden naturnahen Umgestaltung des 30 Kilometer langen Flusses in Berlin und Brandenburg haben viele Menschen gemeinsame Interessen, wenn es um die Panke geht. Damit sie voneinander wissen und ihr Engagement besser miteinander abstimmen können, hat panke.info am 14.12.2011 zu einem Vernetzungstreffen eingeladen. Der Ort hätte passender nicht sein können: das Kino und Café am Ufer in der Weddinger Uferstraße ist direkter Anrainer und bot einen gemütlichen Rahmen für die Runde interessierter Bürger und Vertreter von Institutionen.
"Wir kämpfen alleine"
Die Kinobetreiberin, Usch Schmitz, fühlt sich selbst für die Panke verantwortlich: "Wir kämpfen bisher alleine, wollen aber mehr vernetzt sein." In direkter Nachbarschaft hat das Kino schon Pflanzaktionen durchgeführt. Auch das Thema Wasser wurde im Filmprogramm schon einmal berücksichtigt.
Von der zuständigen Senatsverwaltung für Umwelt ist Andrea Wolter erschienen. "Jedes Gewässer kann in einen guten Zustand versetzt werden. Auch wenn es in der Stadt liegt", erklärt sie. In Pankow ist es der Senatsverwaltung gelungen, einige „Bachpaten“, z.B. Jugendklubs, zu rekrutieren. Diese verpflichten sich in einem Fünfjahresvertrag, sich für einen bestimmten Abschnitt der Panke einzusetzen. Andrea Wolter freut sich über die Zulieferung von Informationen durch die Bachpaten: "Um den Erfolg der Renaturierung zu messen, gibt es zu wenig Daten. Bachpaten könnten weitere Daten liefern", erklärt die Mitarbeiterin der Senatsverwaltung und fügt hinzu: "Es geht dabei nicht nur um die Wasserqualität, sondern auch um alltägliche Beobachtungen."
Nicht gleich einen Vertrag unterschreiben
Doch nicht jeder Anlieger des Flusses ist bereit, sich in Form einer vertraglichen Verpflichtung für „seinen“ Abschnitt zu engagieren. „Auch für diese Personen oder Institutionen gibt es eine Möglichkeit sich einzubringen“, sagt Thorsten Haas von panke.info. Im Jahr 2011 hat er gemeinsam mit einer Grundschule zahlreiche Pflanz- und Putzaktionen am Weddinger Ufer der Panke durchgeführt. Auch das Tageszentrum „Wiese 30“ in der Wiesenstraße hat schon viel in Eigenregie unternommen: „Die Alteingesessenen haben wir aber bisher nicht erreicht“, bedauert deren Vertreter Dirk Granzow.
Daher will panke.info dazu beitragen, dass alle Aktivitäten an einem Abschnitt besser miteinander abgestimmt werden. Als „Partner für die Panke“ kann sich jeder einmalig oder auch für einen längeren Zeitraum einbringen. Auf dem Internetportal von panke.info gibt es eine gemeinsame Seite für alle Patenschaftsaktivitäten. Der Veranstaltungskalender von panke.info kann ebenfalls für angekündigte Aktionen genutzt werden.
Am Ende kann es gelingen, dass alle Kräfte gebündelt auftreten und der Panke eine größere Aufmerksamkeit verschaffen. Über das ganze Jahr verteilt ist es damit möglich, Aufräumaktionen, Blumenpflanzungen, Naturführungen und Vernetzungstreffen zu koordinieren. Das lose Netzwerk „Partner für die Panke“ kann den bald beginnenden Revitalisierungsprozess des Stadtflusses begleiten und fördern. Ziel, so wünscht es sich auch panke.info e.V., sollte ein von breitem bürgerschaftlichem Engagement getragenes Verantwortungsgefühl für die Panke sein.
Autoren: Joachim Faust / Thorsten Haas
Interessenten für eine Partnerschaft an der Panke können sich gerne mit Projektkoordinator Thorsten Haas in Verbindung setzen ( thorsten.haas@panke.info ).
Für die Förderung von Panke-Patenschaften wurde panke.info von Aktion Mensch im Rahmen der Gesellschafterinitiative finanziell gefördert. Als gemeinnütziger Verein können wir für Ihre Spende auch eine Spendenbescheinigung ausstellen.
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