So orange ist es an der Panke
Der Frühling hat in jedem Jahr viele Farben. Orange ist dieses Jahr an der Panke mit dabei. Grund sind die vielen Freiwilligen, die bei einer Frühjahrsputzaktion von panke.info e.V. mitgemacht haben. Mit orangefarbenen Warnwesten und Greifern der Berliner Stadtreinigung (BSR) ausgestattet ziehen Schüler der Carl-Kraemer-Grundschule, Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorendomizils an der Panke, Aktive des Vereins „Menschen helfen Menschen“ und viele Anwohner am Nachmittag des 7. April los, um einen Uferabschnitt zu säubern. "Damit wird an eine alte Tradition angeknüpft", sagt Dr. Christian Hanke, der Bürgermeister des Bezirks Berlin-Mitte, der ein Grußwort an die Freiwilligen richtet. Er selbst habe schon vor 20 Jahren bei der Panke-Säuberung mitgeholfen, erzählt er.
Auch die "Alte Pankgrafenvereinigung von 1381" zollt der Aktion ihren Respekt. Der stellvertretende Hochmeister, Hans-Dieter Heinze, ist ebenfalls an den sagenumwobenen Fluss gekommen, um das Wohlwollen der Pankgrafen zu übermitteln und damit auch Flagge zu zeigen. Die Farben der Pankgrafen, schwarz, weiß, grün und blau, stehen übrigens für die Schattierungen des Pankewassers.
Der Unrat, den die rund 50 Aktiven finden, hat ebenfalls viele Formen und Farben. "Wie kann man so viel Müll hier hinschmeißen", ärgert sich die Grundschülerin Karin. Überhaupt: weshalb es an diesem vielgenutzten Abschnitt zwischen der Badstraße und der Osloer Straße so wenige Mülleimer gibt, wundert viele Beteiligte. Vielleicht nimmt der Bezirksbürgermeister diese Botschaft für das Grünflächenamt mit? Die BSR, die die Aktion im Rahmen ihrer Kampagne „Kehrenbürger“ unterstützt hat, holt am Ende die gesammelten Fundstücke ab. Darunter befindet sich sogar ein schwerer Gullideckel.

Viele Anwohner haben durch den Aushang an der Bibliothek am Luisenbad vom großen Panke-Putzen erfahren und sich spontan entschlossen, bei der Säuberung des attraktiven Panke-Abschnitts mitten im dicht besiedelten Ortsteil Gesundbrunnen mitzuhelfen. „Der Verein panke.info freut sich, dass dieses bürgerschaftliche Engagement auch im schwierigen sozialen Umfeld möglich ist“, sagt Joachim Faust vom Vorstand des Vereins. Daher hat das Quartiersmanagement Soldiner Straße die Aktion finanziell unterstützt. Die örtliche Quartiersmanagerin Katja Niggemeier hat sich im Vorfeld bei den Grundschülern und Senioren für ihr Engagement bedankt.
Am Ende zieht Umweltpädagoge Thorsten Haas, der bei panke.info für die Aktion verantwortlich ist, eine positive Bilanz: „Ich bin überrascht, wie viel Müll wir in so kurzer Zeit sammeln konnten“, sagt er. „Der Grünstreifen vor der Bibliothek am Luisenbad ist ein besonderes Stück Stadtnatur, das wir weiter schützen wollen.“
Diese Putzaktion dürfte nicht die letzte Säuberung des Ufers gewesen sein, denn andere Abschnitte in Wedding und Pankow könnten eine solche Initiative ebenso gut brauchen. „Das große Panke-Putzen von panke.info hat gezeigt, dass sich genügend Freiwillige jeden Alters aktivieren lassen“ – so das Resümee von Thorsten Haas. Welche Mengen Müll die Anrainer heute und wohl auch in der Zukunft hinterlassen, ist für die bevorstehende naturnahe Gestaltung der Panke eine große Herausforderung. Für panke.info ist das große Interesse an der Müllaktion ein klares Signal: die Zeit der Vernachlässigung unseres Stadtflusses ist endgültig vorbei.
Autoren: J.F., T.H. (panke.info e.V.)
Hier finden Sie einen Film über das große Panke-Putzen: youtube
Mehr Informationen:
Umweltbildung bei panke.info
Carl-Kraemer-Grundschule
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