Neues vom Südpanke-Park

von Joachim Faust am 15.12.2011

Baufortschritte im Winter 2011/2012

Foto: Bauschild des Pankeparks

Südpanke heißt der alte Mündungsarm, der sich von der Schulzendorfer Straße im Wedding bis zum Schiffbauerdamm an der Spree zieht. Im Laufe vieler Jahre wurden Teilstücke freigelegt. Von einem Fluss kann längst keine Rede mehr sein – oft ist es nur stehendes Regenwasser, das sich im Graben sammelt. Das wird sich bald ändern, und zu verdanken haben die Berliner das ausgerechnet dem Bundesnachrichtendienst (BND).

Als Ausgleichsmaßnahme für dessen gewaltigen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend wird für 1,2 Millionen Euro der sogenannte „Pankepark“ angelegt. Nicht nur das Spionagezentrum selbst nimmt langsam Konturen an, sondern auch der kleine Park westlich des BND-Geländes.






Foto: die Baustelle des Parks am BND

Die Besonderheit dieses Parks ist die offen fließende Panke. Wie die Landschaftsarchitektin Ulrike Böhm vom Büro „bbzl“ der Zeitung „Berliner Woche“ (Ausgabe vom 14.12.2011) mitteilte, soll die Südpanke dort zwei Meter breit und 40 Zentimeter tief sein. Das haben die Wasserbauingenieure errechnet.

Doch woher kommt das Wasser? Die Panke selbst wird seit 1961 vollständig über den Schönhauser Graben in den Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal abgeleitet. Dieses künstliche Gewässer, von den Preußenkönigen in Auftrag gegeben, hat den alten Mündungsarm trockengelegt. Eine Rohrleitung ist aber noch immer am Rechenwerk in der Schulzendorfer Straße vorhanden. Dort, so Ulrike Böhm im „Berliner Woche“-Interview, sollen im Frühling 2012 die Schotten geöffnet werden. Zusätzlich wird noch das Regenwasser vom Bundeswehrkrankenhaus und vom BND in den neuen Flussarm geleitet.  




Foto: das omnipräsente BND-Gebäude am ParkZu sehen ist der neue Park schon vom Neubaugebiet „Am Pankepark“ an der gleichnamigen Straße, die von der Scharnhorststraße abzweigt. Dort sind viele Townhouses entstanden. Auch der Panke-Nachbar von der anderen Seite, der Bundesnachrichtendienst mit einem massiven Sicherheitszaun, zeigt sich dort in seiner ganzen Größe.

Erst wenn der BND fertiggestellt ist, kann der Bauzaun verschwinden und die noch fehlenden 35 Bäume gepflanzt werden, meldet die „Berliner Woche“. Und auch mit dem nördlichen Anschluss des neuen Parks gibt es Probleme: denn das Grundstück zwischen der neuen Planstraße an der nördlichen BND- Grenze und der Chausseestraße ist zum Teil privat. Die Verhandlungen über den Flussverlauf gestalten sich schwierig, schreibt das lokale Anzeigenblatt.

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