Guerilla-Gärtnern an der Panke

von Joachim Faust am 25.03.2011

Putz- und Pflanzaktion auf öffentlicher Grünfläche


Foto: auch schon blühende Pflanzen wurden eingepflanztWas tut ein Guerilla-Gärtner ganz zu Beginn eines Angriffes auf ödes Brachland? Er lockert die Erde auf? Er gräbt Pflanzlöcher? Ja, das tut er auch, aber nicht als erstes. Zuallererst studiert er die Gebrauchsanleitungen seiner Hilfsmittel, in denen nachzulesen ist, wie man die Handschuhe aus ihrer Verpackung nimmt und anzieht und die Schippen benutzt. So jedenfalls taten es die Panke-Frösche, Schüler der ersten bis dritten Klasse der Carl- Kraemer- Grundschule im Wedding, bevor sie sich am 24. März 2011 in der Weddinger Uferstraße der Verwandlung der Brachfläche zwischen dem Kino & Café am Ufer und den Uferhallen in eine Grünfläche widmeten. Unter Anleitung des Umweltbildners Thorsten Haas haben sie Tulpenzwiebeln gesteckt und bereits blühende Pflanzen eingepflanzt. „Sollen wir die mit Topf einpflanzen oder ohne?“ Auch dieser wichtigen Frage wurde nachgegangen, man entschied sich für „ohne“. Schnell waren die Zwiebeln gesteckt, Stiefmütterchen, Tausendschönchen, Blaukissen und Stachel-, Him- sowie Brombeeren gepflanzt.

 

Foto: Grundschüler durchsuchen einen Karton mit Blumenzwiebeln (Foto: Matthias von Hoff)Das Wasser zum Gießen holte man aus der Panke. Woher sonst? Von der nahen Brücke aus wurde eine Gießkanne am Seil herabgelassen und Wasser heraufgeholt. Ganz wichtig: Steine müssen in die Gießkanne, damit sie untergeht und sich mit Wasser füllt, anstatt auf der Wasseroberfläche zu schwimmen. Nach dem Gießen der Pflanzen löschten die kleinen Gärtner noch ihren Durst, allerdings nicht mit Panke-Wasser, sondern mit Saft, und hatten dann Feierabend für diesen Tag.

Über das gepflanzte Straßenbegleitgrün, wie Wegesrandbepflanzung auf behördendeutsch heißt, freut sich nun nicht zuletzt Usch Schmitz, die Gründerin von Kino & Café am Ufer. Von ihrem Bürofenster aus schaut sie fortan nicht mehr auf Brachland, das von Passanten bisher gern als Müllplatz verwendet wurde, sondern auf Frühlingsblumen. Und außerdem steht – bis zum nächsten Regen – mit Kreide auf den Gehweg geschrieben: "Zwibel", "Kep" (albanisch) und "Soan" (türkisch), denn das Gärtnerteam war mehrsprachig.



Foto: Die Kinder aus der Foto: Grundschüler durchsuchen einen Karton mit BlumenzwiebelnCarl-Kraemer-Schule, Foto: Matthias von HoffDie Filmfreunde am Ufer e.V. haben sich zu dieser Aktion unter dem Motto Putzen und Pflanzen in Kooperation mit dem Netzwerk Panke 2015, dem InterReligiösen Zentrum Berlin, der Lokalen Agenda 21 Berlin Mitte, Future on Wings und panke.info an der globalen Spenden-Initiative twestival (Twitter + Festival) beteiligt. Die Tulpenzwiebeln hat der BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland gespendet und panke.info e.V. die Blühpflanzen.

Bleibt zu hoffen, dass alles gut anwächst und das Beispiel Schule macht.

Autorin: Miriam Hartz

Fotos 2,3 und 4: Matthias von Hoff

Hier gibt es einen Film über die Pflanzaktion zu sehen.

 

 

Foto: Kinder pflanzen Blumenzwiebeln (Foto: Matthias von Hoff)Weiterführende Informationen:

Kino und Café am Ufer

Artikel über das Kino und Café am Ufer auf panke.info

Umweltbildung auf panke.info

Aktuelles zur Umweltbildung auf panke.info

Webpräsenz der Carl-Kraemer-Grundschule

 

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