Engagierte Anwohner erkunden die Panke

von Joachim Faust am 23.02.2010

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Aufmerksame Stille im Gruppenraum im Stadtteilzentrum Pankow: etwa 35 Zuhörer verfolgen den Vortrag von panke.info e.V. zum Thema „Panke 2015- ein Fluss verändert sich“. Noch kann man kein Bauschild sehen, und es ist auch noch kein Bagger angerückt. Trotzdem ahnen die Versammelten, dass an der Panke Großes bevorsteht, auch wenn kaum einer so recht daran glaubt, dass die Behörden es ernst meinen, die EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgerechnet an diesem Fluss umzusetzen.

Nach dem einstündigen Vortrag wird bei der Besichtigung des Bauabschnitts am Köberlesteig klar, dass an der Panke Handlungsbedarf besteht. An diesem Tag haben sich besonders viele Anwohner eingefunden. „Wir sind zwar nur Mieter eines Hauses an der Panke“, sagt eine resolute ältere Dame aus der Pankower Schlossallee, „aber dass hier so etwas geplant ist, haben wir noch gar nicht mitbekommen.“ Das beklagen auch einige andere, die mehr darüber erfahren wollen, wie es zukünftig an der Panke aussieht.

Ralf Hertsch im Gespräch mit den Teilnehmern„Was passiert denn mit all den Bäumen, die den neuen Flusswindungen im Weg stehen?“ fragt eine Pankowerin beim anschließenden Lokaltermin im Bürgerpark. „Der ein oder andere Baum wird gefällt werden müssen“, erklärt Ralf Hertsch von panke.info, der die Veranstaltung leitet, „insgesamt wird es aber mehr Neupflanzungen geben.“ Die Bäume machen auch anderen Anwohnern Sorgen. Jana und Ingmar Paasch sind Miteigentümer eines Hauses direkt an der Panke und wären auch bereit, etwas für neue Bäume zu spenden. „Wir möchten natürlich gerne wissen, ob es Baulärm geben wird“, sagt die junge Frau. „Aber auch die Frage, ob sich in den Uferbereichen Müll ansammeln wird, interessiert uns als Anwohner sehr.“ Darüber kann man heute nur Spekulationen anstellen, erklärt Ralf Hertsch den Teilnehmern der Führung: „Dies ist aber eine der Fragen, die uns als Verein schon heute beschäftigen.“

 

Ortstermin an der GrabbealleeEinige Teilnehmer machen sich Sorgen um den zeitweise sehr niedrigen Wasserstand der Panke: „Wird das wenige Wasser dann auch noch in den Nordgraben abgeleitet?“ fragt sich beispielsweise Frau Michaelis aus Niederschönhausen. Wo zwischen Schlossallee und Galenusstraße Platz für ein aufgeweitetes Gewässerprofil sein soll, können sich die Anwohner aus der Schlossallee auch nicht recht vorstellen. Viele Fragen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch offen bleiben müssen. Der Vortrag und der Rundgang haben aber gezeigt, dass sich die Anwohner gern stärker in die Diskussion einbringen möchten.

Der Verein panke.info verspricht die vielen Fragen zu sammeln und an die für die Planung verantwortlichen Stellen weiterzuleiten. Am Ende sollen möglichst wenige Anwohner sagen können, sie hätten von dem Projekt Panke 2015 nichts gewusst....

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