Das Hostel "UferNacht"

von Joachim Faust am 08.10.2009

Das Basiscamp im Großstadtgebirge

- kein Alternativtext verfuegbar -Jan Bierbrauer weiß, was er will. Er will mit der „Ufernacht“ kein Hotel betreiben, keine Galerie, keine Wohngemeinschaft, keine Atelieretage - und auch kein Hostel! Er will eine Mischung aus diesem allen schaffen.

Zu dem Konzept Mischung verschiedener Erwartungen gehört als erstes, dass am Eingang kein Schild oder sonst ein kleiner Hinweis auf seine Herbergslokalität hindeutet. Ich erlaube mir, auf der linken Seite mal ein Foto von der Hofeinfahrt zu bringen, damit man Jan vielleicht doch ein wenig leichter findet.


Auf der von ihm ausgebauten Fabriketage gibt es vier (Insider sagen, es wären sogar fünf) Zimmer. Insofern könnte man sich wie in einem Hotel fühlen – für eine Nacht oder für eine Woche. Und das ist auch in Ordnung so, findet Jan. Noch lieber mag er allerdings die Gäste, die ohne viel Federlesens im Lebensmittelgeschäft die Tüten und dann den Kühlschrank füllen und sich einfach heimisch fühlen. Aber auch vorsichtige Menschen, die mit Herd und Berliner Nachtleben überfordert sind, sind dem Betreiber der „Ufernacht“ angenehm und willkommen; solche Gäste nimmt er ohne viele Umstände auf seine eigenen Nachttour mit. Damit wäre der Akzent Leben wie in der WG abgedeckt.

Aber bitte nicht falsch verstehen. Manch einer lebt zu Hause wie man tatsächlich nur zu Hause leben darf. Die „Ufernacht“ ist dagegen durchaus ein öffentlicher Raum, in dem bestimmte Regeln gelten. Vielleicht sogar strengere als in einem x-beliebigen Hotel, denn die Zimmer sind nicht nur simpel individuell, sondern sind mit wechselnden Werken befreundeter oder bekannter Künstler ausgestattet (ohne dass die Anmutung gleich wie in der Propeller City Island Lodge [http://www.propeller-island.com/] wäre); eine gewisse Achtung wird vom Gast durchaus verlangt.


Die Preise für eine Übernachtung pro Person sind im unteren Bereich angesiedelt, denn obwohl alles rein ist, ist sein Herbergsbetrieb nach allgemein üblichen Kriterien doch einfach - und an manchen Stellen unaufgeräumt (ich persönlich würde ergänzen: angenehm unaufgeräumt). Kühle Designeratmosphäre darf nicht erwartet werden, man soll leben können und nicht nur einfach schlafen.

Wenn man so in den Empfangsraum (oder ist es die Küche?) schaut, könnte man vielleicht denken, Jan Bierbrauer lebt in seinem eigenen Unterkunftsunternehmen. Dem ist aber nicht so, es ist durchaus auch ein klassisches Hostel, in dem ausschließlich seine Gäste wohnen.

Für Berlinbesucher, die Berlin tatsächlich kennenlernen wollen und nicht nur einmal-die-Museumsinsel-gesehen-haben-und-sterben - kein Alternativtext verfuegbar -wollen, für die ist die „Ufernacht“ das ideale Basiscamp für ihre Routen durchs Großstadtgebirge.

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Autor: Franz Havel

Mehr von Franz Havel auf dem Blog: http://weddingkrass.wordpress.com

 

Mehr zum Thema:

Hostel Ufernacht, neuer Standort: Martin-Opitz-Str. 23, 13357 Berlin, Telefon: (0176) 16 46 00 02

Website der UferNacht

Beitrag auf planet-wedding.de

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