Der 4. Tag der Panke: Mit der Panke meint man es ernst

von Joachim Faust am 21.11.2009

Der 4. Tag der Panke im Rathaus Pankow

Mit der Panke meint man es ernst

Ob man es Renaturierung oder Verbesserung des ökologischen Zustands nennen will: die Panke steht im Mittelpunkt der Planungen von Senatsverwaltung und Landesumweltamt. Es ist spannend, den Prozess zu begleiten, der gerade begonnen hat.

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Nur wegen des guten Caterings war sicher niemand gekommen. Rohkost in Dips zu tunken, ist die eine Sache. Aber wenn man in einigen Jahren auch die Füße in eine saubere Panke stecken könnte? Dieser und anderen Fragen ging man am Abend des 24.11.2009 nach. Die naturnahe Gestaltung dieses Flusses stand im Mittelpunkt des Interesses.

Für den 4. „Tag der Panke“ bot der Ratssaal des Rathauses Pankow erneut den Rahmen. Das erklärte Ziel dieser Veranstaltungsreihe der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und des Landesumweltamts Brandenburg ist es, den Bürgern Informationen der beteiligten Behörden und der Planungsbüros über das Maßnahmenpaket für die Panke zu vermitteln.

Der Verein panke.info e.V. hat die Anwohner der Panke im Vorfeld mit einer Flyer-Aktion auf diese Veranstaltung hingewiesen.

Neben den zahlreichen Experten sind diesmal auch viele Bürger gekommen, um sich über die unmittelbar bevorstehenden Baumaßnahmen zu informieren. Diese einzubinden, ist ein wichtiges Ziel dieser Veranstaltung. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU fordert eben nicht nur den guten ökologischen Zustand der Gewässer, sondern auch eine angemessene Einbindung der Öffentlichkeit.

Nach der Begrüßung durch die Bezirksbürgermeister von Pankow und Mitte, Matthias Köhne und Dr. Christian Hanke, folgte ein Vortrag von Tanja Pottgießer vom Umweltbüro Essen. Unter dem Motto "Natürlich tut naturnah gut" zeigte sie die Notwendigkeit der ökologischen Aufwertung der Panke auf.

Norbert Herrn vom Landesumweltamt Brandenburg stellte dann das Entwicklungskonzept von der Pankequelle bis zur Landesgrenze hinter Zepernick vor. Besonderen Wert werde auf die frühzeitige Information der Öffentlichkeit über den Planungsstand gelegt werden, kündigte Herrn an.

In dem Vortrag "Gute Unterhaltung" erläuterte Andreas Krone vom Wasser- und Bodenverband Finowfließ die zukünftige Gewässerunterhaltung an der Panke. Ziel ist es, in Zukunft durch einen natürlicheren Flussverlauf immer weniger Reinigungs- und Säuberungsarbeiten durchführen zu müssen.

Mit regem Interesse verfolgten die Besucher die Informationen von Herrn Ralf Wegener vom Entwicklungsbüro Landschaft planen + bauen über das Gewässerentwicklungskonzept von Pankow bis zur Mündung. Er betonte, dass in dicht besiedelten Bereichen das vorhandene Flussbett umgestaltet, aber nicht auf Kosten der Anliegergrundstücke verbreitert werden soll.

Im nächsten Beitrag über den Hochwasserschutz erklärte Herr Heiko Sieker von der Ingeniergesellschaft Sieker, dass es einen 100%igen Schutz nicht gibt. Die Umgestaltung der Panke biete aber die Chance, dass dieser Schutz dank eines breiteren Flussbettes erheblich verbessert wird.

Die Maßnahmen zum ersten Planabschnitt „Wohnsiedlung Pankow“ wurden dann von Matthias Kreuzkam, Ingenieurbüro IPP Hydro Consult, vorgestellt. Es ist geplant, durch eine Abdeckung der Panke Baumaterialien an die Arbeitsstellen zu befördern. Somit werden die Grundstücke der betroffenen Anwohner nicht belastet.

Zum Abschluss gab Jörgen Rutke, von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Projektmanagement, einen Ausblick auf die Revitalisierung der Panke bis Ende 2015.

Es war eine informative, gelungene Veranstaltung mit vielen Anregungen und Vorschlägen von Zuhörern nach den jeweiligen Vorträgen. Auch die Informationsbroschüre "Panke 2015", welche gerade druckfrisch verteilt wurde, fand viele Abnehmer.

„Als Anwohner bin ich bereit, für den Fluss Verantwortung zu übernehmen“, sagt ein Grundstücksbesitzer im Pausengespräch - „und wenn es nur für ein paar Meter Ufer ist...“ Diesen guten Willen haben sicher einige der betroffenen Anrainer. Schon bei der Begrüßung durch den gastgebenden Bezirksbürgermeister Köhne hatte dieser darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Bevölkerung frühzeitig einzubinden und Konflikte mit den Anwohnern von vornherein auszuräumen.

An diesem Abend wurde die Chance genutzt, die vorhandene Basis der Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Verbänden, Vereinen und den Behörden auszubauen. Nur gemeinsam können die vielfältigen Aufgaben, die sich bei der Panke stellen, gelöst werden. Dabei sollen die Bürger auch in die Lage versetzt werden, Eigenverantwortung für ihren Fluss zu übernehmen. „Das Ökosystem Panke soll auch nach Abschluss der Bauarbeiten bewahrt werden“, sagt Ralf Hertsch von panke.info e.V. „Es gibt noch viele Unwägbarkeiten, wie der Vermüllung entgegengewirkt werden kann, wenn sich die Fließgeschwindigkeit der Panke verlangsamt“, meint er. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird es – anders als heute - notwendig sein, Bachpatenschaften zu übernehmen und den naturnahen Fluss im städtischen Umfeld zu begleiten. Die Beobachtung der umgestalteten Panke durch die Bevölkerung und eine gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sollte für die Anwohner Ehrensache sein.

Lothar Huesmann

Weiterführende Links:

Artikel in der Berliner Morgenpost vom 30.11.2009

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