Anwohner gefragt - Die Beteiligungswerkstätten im Juli 2008
Anwohner beteiligen sich an Panke-Planung
"Sie haben gezeigt, dass Ihnen die Panke am Herzen liegt“, fasst Moderator Thomas Uhlendahl die Ideen und Wünsche zusammen, die die 30 Anwohner und Experten am 02.07.08 in der Aula der Theodor-Plivier-Oberschule in Wedding erarbeitet haben. Hintergrund dieser Beteiligungswerkstatt ist die aktive Einbindung der Öffentlichkeit in die Planung für die Gewässerentwicklung der Panke, die durch die Wasserrahmenrichtlinie der EU vorgesehen ist. „Damit soll Ängsten der Bevölkerung begegnet werden,“ erklärt Andrea Wolter von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umweltschutz und Verbraucherschutz. „Auch die lokalen Raumkenntnisse will die Verwaltung mit dieser aktiven Bürgerbeteiligung nutzen“, beschreibt Andrea Wolter den positiven Nebeneffekt dieser Vorgehensweise.
Nach der Wasserqualität zählt jetzt die Gewässerstruktur
Die „Arbeitsgemeinschaft Panke 2015“, in der sich Behörden, städtische Betriebe und Planungsbüros zusammengeschlossen haben, hat in der Schulaula Informationstafeln aufgestellt, die die Herausforderungen und die Handlungsfelder aufzeigen. „Beim Gewässerschutz ist ein Wertewandel vonstatten gegangen“, erklärt Mathias Rehfeld-Klein von der Senatsverwaltung in seinem einleitenden Vortrag: „Es sind in Deutschland 200 Mrd. € in Kläranlagen investiert worden, was die Wasserqualität enorm verbessert hat.“ Nun aber gehe es wieder verstärkt um die Gewässerstruktur. Gerade bei der Panke liegt diese im Argen. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie setzt genau hier an und macht die pflanzliche und die tierische Lebenswelt der Gewässer zum Maßstab: „Gewässer sind nicht mehr nur Vorfluter für Regenwasser, sondern auch ein Lebensraum“, bringt Andrea Wolter die neuen Vorgaben auf den Punkt.
Von einer braunen Brühe zum klareren Wasser
Antje Köhler hat zu Beginn der Veranstaltung vor den Augen der Teilnehmer Gewässerproben an der Schulzendorfer Brücke entnommen und erklärt: „Als ich die Panke 1987 zum ersten Mal untersucht habe, fand ich eine braune und stinkende Brühe vor.“ Dies habe sich seit 1990 durch den Wegfall von Direkteinleitungen dramatisch verbessert, sagt die Biologin. „Heute gibt es wieder Wasserpflanzen wie den Wasserstern, in dessen Matten sich viele Organismen ansiedeln können.“ Im Moment gibt es nur sieben Fischarten in der Panke und von Artenvielfalt kann noch keine Rede sein. Das Ökosystem Panke soll nicht nur Lebensraum für Wasserpflanzen, sondern auch für Fische, andere im Wasser lebende Tierarten und Wasservögel sein. Der heute sehr geradlinige Verlauf und der stark kanalisierte Uferrand müssen bei der Renaturierung angegangen werden, erläutert Ralf Wegner von einem der beteiligten Landschaftsplanungsbüros. „Die Holzpflöcke und Spundwände müssten beseitigt und mehr Gehölze am Wasser gepflanzt werden“, so der Planer. Für Fische muss die Panke zudem „durchgängig“ gemacht werden, was durch den Wegfall von Wehren und Abstürzen erreicht werden kann. „Es sind viele kleine Maßnahmen, aber in der Gesamtheit bleibt als Ziel der so genannte gute ökologische Zustand der Panke im Jahr 2015“, sagt Wegner.
Bürger bringen Ideen zur Panke ein
In vier Arbeitsgruppen konnten die Anwohner zu den einzelnen Flussabschnitten im Wedding ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. Lang war dabei die Liste der Punkte, die an der Panke dringend verbesserungswürdig sind. Bei den konstruktiven Vorschlägen stand im Vordergrund, dass man sich einen Fluss wünscht, der als solcher wieder erlebbar ist. Beispielsweise könnte man den vorhandenen Raum an den Hochwasserbecken für die Schaffung von Mäandern und Auen nutzen, wurde von den Arbeitsgruppen vorgeschlagen.
Visionen für die Panke
Die Füße in die Panke halten, weil es wieder Zugangsmöglichkeiten zum Wasser gibt; Tiere und Pflanzen entdecken, die sich auch an der innerstädtischen Panke wieder angesiedelt haben; einen durchgängigen, hindernisfreien, gewässerbegleitenden Weg an der Panke benutzen – diese Wünsche haben die Beteiligten dieses Abends den Planern mit auf den Weg gegeben. Selbstverständlich steht nicht alles Wünschenswerte in der Macht der Planer, vor allem, was die Erholungsmöglichkeiten links und rechts der Panke oder die fehlende Beschilderung angeht. Bei der Folgeveranstaltung am 19.11.08 um 17.30 Uhr am gleichen Ort soll dann die Planungsarbeit gemeinsam mit den Anwohnern weiter vertieft werden. Der enge Zeitrahmen, den die Wasserrahmenrichtlinie vorgegeben hat, soll so effizient wie möglich genutzt werden.
Die gleiche Veranstaltung fand am 03.07.08 in Buch statt. Die Folgeveranstaltung für diesen Abschnitt wurde am 20.11.08 um 17.30 im Communication Center des Klinikums Buch abgehalten.
Neuere Themen:
Unsicherheitsfaktor Natur - Die Beteiligungswerkstätten im November 2008
Bericht über die Folgeveranstaltungen, die zweiten Beteiligungswerkstätten zum Modellvorhaben "Panke 2015", die in Wedding und Buch im November 2008 stattfanden.
Die Entdeckung der Südpanke
Bericht über den Planungsstand bezüglich der Freilegung der Südpanke und Interview mit dem Landschaftsarchitekten Bert Grigoleit
Paddeln auf der Panke
Beschreibung der Paddelaktion von Zepernick bis Wedding im Mai 2009
Ältere Themen:
Der Tag der Panke 2008 - Wird die Panke wieder ein strudelnder Fluss?
Bericht über den Tag der Panke im Mai 2008 in der Stadthalle Bernau, bei dem sich Planer, Verwaltungsmitarbeiter und Experten einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert haben.
Kommentare
04.06.2010
henning
find ich sinnvoll