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Der 160 km Berliner Mauerweg entstand bis 2001 auf den ehemaligen Teerwegen der DDR-Grenztruppen rund um West-Berlin und auf nahegelegenen anderen Straßen. Der Abschnitt, den wir hier beschreiben, ist heute eine ideale "Ausfallstraße", um aus den Ortsteilen Mitte und Prenzlauer Berg ins Grüne zu gelangen. Die Mauerwegsabschnitte sind hier mit besonderem Aufwand ausgebaut worden, womit man der historischen Bedeutung auch gerecht wird. Einige, teils recht unscheinbare Relikte der Grenzanlagen sind noch vorhanden, man muss nur wissen, wo sie zu finden sind. Der Weg zeigt aber auch, wie wenig die Wunden der Teilung verheilt sind und dass die zerrissenen Ortsteile noch lange nicht zusammengewachsen sind.... 

Hier können Sie Zusatzinformation zum Aufbau der Grenzanlagen und den noch heute erkennbaren Mauerspuren an diesem Abschnitt finden


Diese Tour ist eine Zulaufstrecke zu den Touren B1 und C1, Radtour Berlin-Bernau und Bernau-Berlin.

Die Kombination der Touren C 2 und C 1 stellt eine schöne Tour aus Mitte / Prenzlauer Berg heraus ins Grüne dar.

 

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- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Durch den Mauerpark

Wir beginnen unsere Tour an der Kreuzung Schwedter Str. / Bernauer Str. /Oderberger Str. Hier befand sich einst der Güterbahnhof der preußischen Nordbahn, während der Personenverkehr über den Kopfbahnhof Stettiner Bahnhof (später Nordbahnhof) abgewickelt wurde. Auf dem früheren Bahngelände befindet sich heute zum einen ein langgezogenes Baustofflager, zum anderen der Mauerpark.

Als an dieser Stelle die Berliner Mauer errichtet wurde, stand bis 1990 auf der Weddinger Seite der Bernauer Straße eine Aussichtsplattform, die einen direkten Blick in die Oderberger Straße ermöglichte.

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -In dem Bereich, wo der Mauerpark auf die Bernauer Straße trifft, befinden sich ein stark frequentierter Flohmarkt und der Biergarten Mauersegler. Wer sich die Zeit nimmt, die Bernauer Straße noch etwa 500 m lang entlangzugehen, kann sich auch noch die offizielle Mauergedenkstätte sowie die Kapelle der Versöhnung ansehen.

Zurück zum Mauerpark: Direkt an die Grünfläche grenzt der Jahn-Sportpark an. Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion wurde 1951 für die „3. Weltjugendfestspiele der DDR“ errichtet und zu DDR-Zeiten überwiegend vom "Dynamo"-Sportklub der Staatssicherheit genutzt.

 

 

 

 

 

 
- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Der Mauerpark entstand bis 1994 nach Plänen von Landschaftsarchitekt Prof. Gustav Lange auf den ehemaligen Gleisanlagen des Güterbahnhofs auf einer Fläche von acht Hektar. Er ist noch nicht nach dem ursprünglichen Plan vollendet worden, wonach er 14 Hektar groß werden sollte. Das Problem dabei ist, dass die fehlende Fläche nicht dem Land Berlin gehört, sondern einer Immobilientochter der Deutschen Bahn AG. Eine Bürgerinitiative versucht die dringend benötigte Fertigstellung des Parks zu erreichen: die angrenzenden Stadtviertel verfügen über fast keine nennenswerten Grünflächen, was dazu beiträgt, dass an sonnigen Tagen kaum ein freies Plätzchen im Park zu finden ist. 

Den stark übernutzten Park durchquert ein schnurgerader Pflasterweg aus der Zeit des Güterbahnhofs, um dessen Asphaltierung im Zuge des Ausbaus des Radfernwegs nach Usedom heftig gestritten wird.

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Der Mauerpark verfügt neben einem angeschüttenen Hang zum Jahn-Sportstadion hin über originelle Schaukeln im Stil eines Galgens, eine halbkreisförmige Steinarena und ein schönes Birkenwäldchen. Die graffittiübersäte Mauer, die den Park zum Jahnstadion hin abschließt, ist ein Originalrest der Hinterlandmauer. Der Hang geht in die moderne Max-Schmeling-Halle  (1996 eröffnet, Architekten: Joppien Dietz) über, die noch ein Relikt der Berliner Olympiaplanung für das Jahr 2000 ist. Da die Halle zum größten Teil unterirdisch in den Hang eingebaut wurde, wird der Park durch den immerhin 11000 Menschen fassenden Veranstaltungsort optisch kaum beeinträchtigt. Nur der Name des berühmten Boxweltmeisters Max Schmeling (1905-2005) deutet darauf hin, dass die Halle ursprünglich als reine Boxhalle konzipiert wurde.  

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Von einem Tunnel und einem Steg

Wo die ehemaligen Gleise die Gleimstraße überspannen, befindet sich noch heute der 130 Meter lange Gleimtunnel (1903/04) mit seinen markanten gusseisernen verzierten Stützen, deren Dekoration statische Gründe hat. Durch den Mauerbau wurde der Tunnel in seinem Ursprungszustand konserviert und erst Mitte der 1990er Jahre wieder geöffnet. Heute ist er wieder eine wichtige innerstädtische Verbindung. Seit 2007 lohnt sich auch ein kurzer Spaziergang durch den meist feuchten und etwas modrig riechenden Tunnel: eine Lichtinstallation taucht den etwas schaurigen Durchgang in rotes und blaues Licht.

Der Tunnel unterbricht den Park, der eigentlich oberirdisch weitergeht, für Fußgänger, die ebenso wie wir die Gleimstraße am östlichen Tunnelmund überqueren müssen. Der Park geht links von uns noch als schmale Fläche weiter: mit einem abgeschlossenen Garten, einem Kinderbauernhof "Jugendfarm Moritzhof" und einer Kletterwand "Schwedter Nordwand".

Rechts von uns liegt ein gründerzeitliches Wohnviertel, das Gleimviertel, das von der langgezogenen Kopenhagener Straße durchzogen wird. Wir bleiben aber auf der verkehrsberuhigten Schwedter Straße, wie der Weg hier wieder heißt, und überqueren den sich anschließenden Schwedter Steg.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Für Fußgänger und Radfahrer bietet sich von dieser kühnen Brückenkonstruktion, die wiederum auf eine andere Brücke führt, ein fantastischer Blick in alle Richtungen: hinter uns der Berliner Fernsehturm, das Rote Rathaus und die Kirchtürme der Zionskirche und der Marienkirche. Links von uns die "Millionenbrücke", der Trümmerberg der 85 m hohen Humboldthöhe (im Humboldthain) und der Bahnhof Gesundbrunnen. Vor uns die Behmbrücke und weiter hinten die Bösebrücke mit der Bornholmer Straße, wo am 9.11.1989 die Mauer zuerst geöffnet wurde. Rechts von uns erkennt man den Einschnitt der Ringbahn durch die dichtbebauten Viertel des Prenzlauer Bergs, insbesondere rund um die Schönhauser Allee. Unter der Brücke tobt der Eisenbahnverkehr des Nordkreuzes, einer aus drei miteinander verbundenen Bahnstrecken bestehenden Anlage. Hier fährt immer gerade eine S-Bahn, ein Regionalzug oder ein Intercity.

 

 

 

 

 

 

 

 

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- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Über Brücken und entlang von Bahnen

Am Ende des Stegs, mitten auf der neu gebauten Behmbrücke, geht es nach rechts und gleich wieder nach rechts auf eine Rampe, die uns hinab zur Norwegerstraße führt. Wo die Wohnbebauung endet, geht es unter der Bösebrücke hindurch.

Diese ist stolze 138 m lang und wurde 1912-16 von Friedrich Krause errichtet. Die nach dem Hobrecht-Plan konzipierte Ringstraße rund um die Berliner Innenstadt führt hier über die ausgedehnten Anlagen der Nordbahn und der Berlin-Stettiner Eisenbahn. In einem einzigen Bogen überspannt die Fachwerkkonstruktion der auf zwei Stützen ruhenden Brücke die Bahnstrecken. Die Brücke bildete während der Teilung Berlins einen Grenzübergang, der als erster am Abend des 9.11.1989 geöffnet wurde - mit den bekannten Folgen. Eine Gedenkstele erinnert am östlichen Brückenende daran.

Links von uns liegt der S-Bahnhof Bornholmer Straße aus dem Jahr 1935, der an die Bösebrücke angebaut wurde. Der von S-Bahn-Hausarchitekt Richard Brademann geplante Bahnhof besitzt auf der Südseite ein ungewöhnliches fünfeckiges Zugangsgebäude. Markant sind auch die Treppenabgänge zu den beiden Bahnsteigen, die selbst wie Treppenstufen gestaltet sind. Der nördliche Zugang ist erst in den 1990er Jahren gebaut worden und nimmt trotz seiner modernen Architektur Bezug auf den älteren Bauteil.

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Durch die Kirschbaumallee

Wir bewegen uns aber weiter auf dem Mauerweg, der nun durch eine Allee von Kirschbäumen führt. Diese Bäume wurden, wie an anderen Stellen an der Mauer auch, von einer japanischen Stiftung anlässlich der Wiedervereinigung gestiftet. In diesem Zusammenhang verdient auch der geteilte Stein Beachtung, der symbolhaft für die deutsche Teilung steht. Seine Hälften stehen links und rechts des Weges, direkt hinter der Bösebrücke. Der Todesstreifen ist hier, zwischen Bahnanlagen und einer Kleingartenkolonie, eine grüne Oase geworden. Kurz bevor wir am Ende des Wegs links abbiegen, können wir rechts einige Betonblumenkästen entdecken, die den Weg zur Esplanade versperren. Diese dienten jedoch als Fahrsperren, damit keine unerlaubten Fahrzeuge in die Grenzanlagen einringen konnten. Wir unterqueren aber an einer niedrigen Unterführung die Stettiner und die Nordbahn, deren Wege sich hier trennen. Diese Querverbindung zwischen Gesundbrunnen, Pankow und Prenzlauer Berg ist erst 2004 fertiggestellt worden. Sie ist wesentlicher Bestandteil des nördlichen Teils des Berliner Mauerwegs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Grün auf der ehemaligen Bahntrasse

Nachdem die Nordbahnstrecke unterquert ist, sind wir auf der Grüntaler Straße im Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte. Die sehr breite Straße besitzt eine grüne Promenade in der Mitte. Ursprünglich handelt es sich bei dieser Promenade um die frühere Trasse der Stettiner Eisenbahn, die heute, von Pankow kommend, nach Süden abknickt und dieses Wohngebiet östlich umfährt.

Wir biegen, den Mauerwegsschildern folgend, rechts ab. Nach nochmaligem Abbiegen sind wir in der kurvigen Steegerstraße, die uns durch ein ruhiges Wohngebiet aus den 1930er Jahren in Richtung Wollankstraße führt. Links von uns befinden sich die ausgedehnten Friedhöfe St.Elisabethkirchhof und Sophienkirchhof, die aber nicht von hier aus zugänglich sind.

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Durch das Nordbahnviertel

Wir erreichen jetzt das ehemalige Gemeindegebiet von Pankow. Die aufstrebende Vorortgemeinde hat sich um das Jahr 1900 herum bis zur Stadtgrenze nach Berlin erweitert. Das neu entstandene Nordbahnviertel, das sich größtenteils jenseits der Wollankstraße befindet, verfügt über einige sehenswerte Wohngebäude. Nach der Eingemeindung Pankow nach Berlin 1920 wurden 1938 die Bezirksgrenzen noch einmal bereinigt, und das südwestlich der S-Bahn liegende Nordbahnviertel gehörte fortan zum Bezirk Wedding. Dadurch kommt es, dass dieses eigentlich Pankower Viertel im Westteil Berlins lag, aber während der Zeit der Berliner Mauer von Pankow abgeschnitten war. Die Mauer stand in der Bahnunterführung der Wollankstraße, während der Bahnhof selbst nur vom Westen aus zugänglich war.

Wir begeben uns am Ende der Steegerstraße kurz nach rechts in die Wollankstraße, biegen aber vor der Unterführung links ab in die Nordbahnstraße. Hier erkennt man, dass die Nordbahn Anfang des 20. Jahrhunderts "höhergelegt" wurde - die Viaduktbögen erinnern an die Stadtbahn. Der Bahnhof selbst lag trotz seines Zugangs nur von West-Berlin aus noch im Osten und war daher auch nach der Übertragung der S-Bahn an die BVG 1984 noch von Reichsbahn-Aufsehern besetzt. Benötigte ein Fahrgast medizinische Hilfe auf dem Gelände dieser Station, musste diese in Ost-Berlin angefordert werden. Wie man sich unschwer denken kann, hat es auch hier einen Fluchttunnel durch den Viadukt gegeben, der aber entdeckt und geschlossen wurde. Am halbrunden Platz an der Einmündung der Sternstraße in die Nordbahnstraße befindet sich das sehr ansehnliche Zugangsgebäude des Bahnhofs aus der Zeit, als hier nur die Nordbahn fuhr. Aber auch die dem Bahnhof gegenüber liegenden Häuser verdienen eine eingehende Betrachtung. Insgesamt gehört der Bahnhof mit seinem Vorplatz zu einer der repräsentativsten Anlagen seiner Art.

Es geht noch ein paar hundert Meter weiter auf der Nordbahnstr., bevor wir an der Ecke Wilhelm-Kuhr-Straße rechts abbiegen und die Nordbahn unterqueren. Hier erkennt man direkt hinter der Unterführung die typische Pflasterreihe, die den Verlauf der Berliner Mauer von 1961-89 markiert. Aber auch hier gibt es wieder die Kirschbäume der japanischen Stiftung. Die unansehnlichen Betonpfähle der Laternen, die hier etwas unmotiviert in die Landschaft gestellt zu sein scheinen, dienten bis 1989 der Beleuchtung des Todesstreifens.

Wer mag, kann hier die beiden anderen Touren anschließen, die die Panke entlang führen: Tour B1 Richtung Wedding und Tour C1 durch Pankow. Auch in die Radtour Richtung Bernau kann man hier einsteigen oder in die Gegenrichtung zum Berliner Hauptbahnhof.

Am Bürgerpark Richtung Schönholz

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Wer aber dem Mauerweg weiter folgt, gelangt über die Panke und lässt den übrigens sehr sehenswerten Bürgerpark Pankow rechts liegen. Links liegt das Fachwerkdorf des Kinderbauernhofs Pinke-Panke, einem seit 1990 in freier Trägerschaft entstandenen Projekt, das sich bei den Weddinger und Pankower Kindern großer Beliebtheit erfreut. Neben etlichen Tieren gibt es auch einen pädagogisch betreuten Abenteuerspielplatz mit Bretterbuden zum Selbstbauen und eine Lagerfeuerhütte. Die Reihe von Peitschenlampen und auch der Fuß- und Radweg sind wieder Originalrelikte der Grenzanlagen.

 

 

 

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Hinter der Leonhard-Frank-Straße beginnt der Gemeindefriedhof Pankow III. Zur Straße Am Bürgerpark hin sieht man die etwas gotisierenden Backsteingebäude der Friedhofsverwaltung und der Kapelle. Auf dem Friedhof liegen so unterschiedliche Prominente wie der Sänger und Schauspieler Ernst Busch und der Schriftsteller Hans Fallada.

Wer auf dem ehemaligen Kolonnenweg der Grenztruppen der DDR bleibt, erreicht bald die Schützenstraße. Wir bleiben jedoch gerade aus auf der Hermann-Hesse-Straße, die von rechts herankommt und dann Straße vor Schönholz heißt. Es geht nun durch die Siedlung Schönholz, die ein wenig verloren zwischen zwei Friedhöfen, dem ehemaligen Todesstreifen und dem verwilderten Volkspark Schönholzer Heide liegt. Dieser 35 ha große Park ist ein Relikt des früher ausgedehnten Waldgebiets Jungfernheide und hat zahlreiche Nutzungen erlebt. Heute gibt es noch einen aufgelassenen Friedhof, das älteste Schützenhaus Berlins aus dem Jahr 1884, einen Waldspielplatz und einen Fußballplatz zu sehen.

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -In einem durch die Germanenstraße abgeteilten Abschnitt im Nordwesten des Parks befindet sich das 1947-49 errichtete Sowjetische Ehrenmal. Es verfügt über einen 33 m hohen Obelisken. Auf einer Fläche von 30000 m2 liegen 13000 sowjetische Soldaten, die bei der Schlacht um Berlin 1945 ums Leben gekommen sind.

-> zurück geht es zum S-Bf. Schönholz (S1, S25, S85) oder mit dem Bus 155 zum S+U-Bf. Pankow.