- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Tour A 3 - Südpanke

Der vergessene Altarm der Panke mitten durch Mitte...

Zu dieser Tour gibt es hier einen Begleittext, der einzelne Gebäude detailliert beschreibt.

Die Panke fließt auf 27 Kilometern von Bernau nach Berlin und ist der letzte Nebenfluss der Spree vor deren Mündung in die Havel. Auf diesem Spaziergang begleiten wir die Panke bis zu ihrer Mündung – auch wenn sich nicht so leicht sagen lässt, wo genau die Panke endet. Aber sehen Sie selbst...

Wir beginnen unsere Wanderung auf dem Pankeweg rechts vom Lessing-Gymnasium, Pankstraße 18-19 (Nähe S-Bahnhof Wedding). Nach wenigen Metern unterquert man die Ringbahnbrücke, wo der durchgehende Pankegrünzug erst in den Jahren 2005/06 nach Plänen deutscher und französischer Studenten fertiggestellt werden konnte. Gegenüber der "Wiesenburg", einem 1895/96 und 1905-07 errichteten Obdachlosenasyl im Stil der Industriearchitektur, kann zwischen zwei Wegen gewählt werden. Entweder man bleibt oberhalb der Panke und geht entlang der Rückfront des vielfältig genutzten Gewerbehofs "Lebenshaus Mitte", oder man steigt eine Treppe hinab in die feuchten Uferwiesen der Panke, wo man dem Flüsschen dank eines Pfades aus Drahtgittern trockenen Fußes näher kommt. Hier rückt der Gewerbehof der Panke so nahe, dass der Pankeweg nur durch einen Hausdurchbruch fortgesetzt werden konnte. Es geht über eine neue, elegante Metallbrücke auf die andere Pankeseite, bis man auf die Gerichtstraße trifft.

Wenn die Gerichtstraße überquert ist, halten wir uns auf dem rechterhand gelegenen Pankeufer. Hier kann man kaum noch erleben, dass die Panke bis in die 1950er Jahre eine Kloake war, die, weitgehend unbeachtet, zwischen den Häuserzeilen in ein enges Bett eingepfercht war. Nicht nur die Anwohner nannten sie Stinkepanke, auch die Berliner Sängerin Claire Waldoff ließ in einem ihrer Lieder kein gutes Haar an der Panke. Bei Hochwasser trat sie zudem deutlich in Erscheinung und unterspülte 1888 an der Schulzendorfer Straße ein Hinterhaus.

Der Weg führt uns über die Schönwalder Brücke mit einem schönen Geländer auf der linken Seite weiter bis zur Schulzendorfer Straße. Rechts hinter der dortigen Brücke, an einer Wehranlage, zweigt die Panke in heutiger Zeit von ihrem natürlichen Flussbett ab. Ein Hochhaus (Eingang auf dem Parkplatz neben dem Gebäude dem Rechenanlagenwerk der Wasserbetriebe) wurde gar über die Panke gebaut.

Ab hier wird's kompliziert... Der Beginn der Südpanke

Die Parkanlage selbst geht jedoch noch weiter auf einem ehemaligen Brauereigelände bis zur Liesenstraße. Das frühere Flussbett gibt es hier nicht mehr, hier wurde die Panke in ein Rohr verbannt und regelrecht verschüttet. Schaut man hinab ins Rechenwerk, sieht man auf der linken Mauer zwei Öffnungen, durch die Panke wieder in ihren alten Mündungsarm ("Südpanke") fließen kann. Wir folgen der "neuen Panke": erst geht es an der roten Schranke vorbei, unter dem Hochhaus hindurch, bis wir auf die Chausseestraße treffen, die wir überqueren. Dann geht es nach links bis zur Ecke Boyenstraße, in die wir einbiegen. Hier folgen wir dem Berliner Mauerweg. Wenn die Boyenstraße als Scharnhorststraße abknickt, sehen wir linkerhand das ehemalige Regierungskrankenhaus der DDR, heute Bundeswehrkrankenhaus. Wir folgen aber dem nach rechts abknickenden Teerweg, der an einer Drehkreuztür endet. Es geht nun nach links auf einen sandigen Pfad. Wir erreichen nun den Nordhafen, eine Erweiterung des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals. Dort, an einer kleinen Fußgängerbrücke, erkennt man, wo das Pankewasser in den Kanal fließt und somit die derzeitige Mündung der Panke liegt. Geht man nun die modern gestaltete Uferpromenade nach links Richtung Hauptbahnhof bis zur Kieler Straße, erkennt man dort einen Wachturm der DDR-Grenzsicherungsanlagen. Er ist mittlerweile linker Nachbar eines Wohnhauses, das wir unterqueren, um am Kanal weitergehen zu können. Hinter dem Wohnhaus läuft man durch ein Tor zum denkmalgeschützten Invalidenfriedhof.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Durch Invalidenfriedhof und Scharnhorststraße

Nur noch 230 zum Teil sehr sehenswerte Gräber haben die Zeiten überstanden, darunter viele preußische Militärs. Der Friedhof wurde ab 1746 auf 2,5 Hektar angelegt. Der Friedhof lag direkt an der Berliner Mauer und wurde durch den Bau der Grenzanlagen und des Kolonnenwegs zu großen Teilen zerstört. Heute kann man an Schautafeln die wechselvolle Geschichte des Friedhofs ab 1961 nachlesen. Wer den Uferweg weiterläuft, geht am Bundeswirtschaftsministerium vorbei und die Invalidenstraße querend, zum Spreebogen, zur Charité und zum Hauptbahnhof.Wir biegen jedoch links ab und gehen zum Haupteingang des Friedhofs an der Scharnhorststraße. Wer einen Abstecher nach links macht, gelangt über die Straße "Am Pankepark" zu neugebauten "Townhouses", einer modernen Form von Reihenhäusern. Die hintere Reihe dieser Häuser grenzt an den (noch) wasserlosen Altarm der Panke. Nach jahrelanger Unklarheit über die Nutzung des Geländes, auf dem sich bis 1992 das Stadion der Weltjugend befand, wird der Bundesnachrichtendienst nun östlich der Panke seine neue Zentrale errichten. Im Zuge dieser Umgestaltung wird der Pankelauf zugänglich gemacht. Zurück zum Invalidenfriedhof. Von dort gehen wir die Scharnhorststraße hinab, bis zur Kreuzung mit der Habersaathstraße, in die wir links abbiegen.

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Vom Verschwinden und Wiederauftauchen der Panke

An der Ecke zum Schwarzen Weg, in den wir gehen, hat man wieder einen Graben neu angelegt, durch den die Panke später wieder fließen wird. Links davon befindet sich der graue Würfel des Bundesverkehrsministeriums, während sich rechterhand der neu gestaltete Invalidenpark befindet. Hinter dem Ministerium verschwindet die Panke wieder für einige hundert Meter in einem Rohr. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Stadtmauer verschwand und in der Nähe das Naturkundemuseum und zahlreiche andere repräsentative Bauten rund um den Platz am neuen Tor entstanden, kann man hier die Panke nicht mehr als Fluss erleben. Wir überqueren die Invalidenstraße und laufen über den Platz am Neuen Tor in Richtung Charité-Hochhaus. Links zweigt die Hannoversche Straße ab, in die wir einbiegen. An der Ecke zur Hessischen Straße, wo sich die Universitätsbibliothek und die Mensa Nord der Humboldt-Universität (HUB) befindet, kommt das Rohr wieder zu Tage. Auch hier am "Luisen-Carré" hat der Investor den Graben anlegen lassen. Zwischen den repräsentativen neuen Wohn- und Bürogebäuden und einem Schulhof führt uns der Weg am Graben entlang zur Philippstraße, die wir überqueren.

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- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Ein Ort der Ruhe in der Tierarzneischule

Hier weist ein Pförtnerhaus im Schatten des Charité-Bettenhochhauses darauf hin, dass wir nun Universitätsgelände betreten. Es überrascht, wie ländlich dieses Areal mitten in einer Großstadt anmutet. Der wasserlose Pankegraben war hier nicht verrohrt, weil entsprechende Planungen in den 1980er Jahren von Studierenden und Universitätsmitarbeitern verhindert wurden. Die zahlreichen kleinen Brücken zwischen den einzelnen Gebäuden der verschiedenen Universitätsinstitute lassen einen fast vergessen, dass hier noch kein Pankewasser fließt. Links und rechts der Panke werden die einzeln stehenden Gebäude, die zuweilen an ein landwirtschaftliche Gebäude erinnern, sowohl von der Humboldt- als auch von der Freien Universität genutzt. Zwei Jahrhunderte lang war in diesen Gebäuden die Veterinärmedizinische Fakultät untergebracht, die in den nächsten Jahren auf dem FU-Gelände in Düppel konzentriert werden soll. Bis in die 1990er Jahre lebten hier zahlreiche Tiere in Stallungen, sogar eine Pferdekoppel gab es.

 

Das Anatomische TheaterStatt der Veterinärmedizin sollen einige weit verstreut liegende Institute der HUB auf dem Gelände zusammengefasst werden. Das 1790 von Carl Langhans gebaute Anatomische Theater, befindet sich an dem rechterhand gelegenen größeren Platz in Haus A. Der Pankelauf, der sich nun anschließt, ist erst seit 2006 wieder vollständig freigelegt und neugestaltet worden. Der Graben verläuft windungsreich, teilweise zwischen verklinkerten Seitenwänden. Der Weg verengt sich; rechterhand befinden sich die Probebühne des Deutschen Theaters und der Schulhof eines Oberstufenzentrums. Nach einem letzten Engpass, bei dem der Weg über einen Balkon geführt werden musste, weitet sich der Pankegraben wieder. Wo die Panke wieder in einem Rohr verschwindet, gehen wir weiter zwischen den Gebäuden hindurch.*

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -*Hinweis: Sonntags und abends kann das Metalltor verschlossen sein. Halten Sie sich in diesem Fall einfach links und biegen Sie nach einigen Metern rechts in die Straße ein. Folgen Sie ihr bis zu ihrem Ende. An der Reinhardtstr. 2 kommen Sie über einen Hausdurchgang heraus. Halten Sie sich rechts in der Reinhardtstraße und gehen Sie bis zur Hausnummer 17-19.

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Reinhardtstrasse floss die Panke einst offenZugemauert und verrohrt - das (fast) unsichtbare Ende der Südpanke

Auf der rechten Seite steht der Betonkoloss eines Hochbunkers. Unter der neu gestalteten Promenade kann man die Anwesenheit der Panke nur erahnen. Wer aber die Reinhardtstraße überquert, kann zwischen den Hausnummer 17-19 eine Baulücke erkennen, in der noch ein Brückengeländer in der betonierten Fläche steht. Hier war die Panke bis 1987 noch, eingezwängt zwischen den Häusern, zu sehen, bis sie zugeschüttet wurde. Wir gehen die Reinhardtstraße links entlang und biegen rechts ab in die Straße "Am Zirkus". Hier wurde die Panke beim Zirkusbau vor 130 Jahren noch einmal verlegt. Die alte Mündung der Panke am Schiffbauerdamm 4, vor dem Berliner Ensemble, ist hinter einer Eisenwand nur noch für den zu erahnen, der die Geschichte dieses Flusses kennt.

 

 

 

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Lesen Sie an dieser Stelle mehr über die Freilegung der verrohrten Südpanke.