Berlin-Niederschönhausen und Schlosspark

Wappen NiederschönhausenNiederschönhausen ist ein Ortsteil von Berlin-Pankow mit etwa 25 000 Einwohnern. Er liegt nördlich der Panke und umfasst neben dem eigentlichen Ort Niederschönhausen auch Schönholz und das Gebiet um den Majakowskiring.

1691 wurde das im 13. Jahrhundert gegründete Straßendorf von Kurfürst Friedrich III erworben. Ab 1870 siedelten sich immer mehr wohlhabende Berliner im Dorf an, wovon heute noch zahlreiche Villen Zeugnis ablegen. Die Dorfkirche wurde um 1870 im neoromanischen Stil auf der Grundlage eines mittelalterlichen Sakralbaus errichtet.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Herausragendstes Baudenkmal ist das Schloss Schönhausen mit dem Schlosspark, der von der Panke durchflossen wird. Das Schloss ging aus einem 1664 errichteten Herrenhaus hervor, das 1704 von Eosander umgebaut wurde. Aus dem Jahr 1764 stammt das heutige Erscheinungsbild des Schlosses. Königin Elisabeth Christine, die Frau von König Friedrich II. , lebte dort von 1740-90. Sie fühlte sich in dem Schloss von ihrem Mann abgeschoben und unwohl. Den Lieblingsort ihres Gatten, Schloss Sanssouci in Potsdam, soll sie nie selbst gesehen haben. Im Schloss dürfte sich DDR-Präsident Wilhelm Pieck wohler gefühlt haben, der dort von 1949 bis 1960 residierte. Später war das Schloss Gästehaus der DDR und Tagungsort des Runden Tisches im Jahr 1989. Seither ist das Gebäude ungenutzt, wird aber seit der Übertragung an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten im Jahr 2005 saniert. Ab 2009 soll das Schloss wieder zur Besichtigung freigegeben sein. Bis dahin verbirgt sich der Barockbau hinter einer Mauer, die den Schlosspark durchzieht und der Grund dafür sein dürfte, dass viele Pankower das Schloss Schönhausen kaum als Bestandteil ihres Bezirks wahrnehmen.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Der Schlosspark entschädigt den Besucher jedoch durch einen der schönsten und windungsreichsten Abschnitte der Panke. 1828-31 gestaltete Peter Joseph Lenné den Park zu einem Landschaftspark um und verlieh ihm sein heutiges Erscheinungsbild. 1949 wurde der Park erneut umgestaltet, als das Schloss als Amtssitz des Präsidenten der DDR (Wilhelm Pieck) diente. Aus dieser Zeit stammt auch der eher moderne Eindruck, den der Park vermittelt. Zahlreiche Kleingärten, deren Anlagen in den Park hineinragen, haben Wassergrundstücke am Fluss. Wer genau hinschaut, entdeckt noch die Umrisse der "Liebesinsel", die früher von der Panke umflossen wurde. Einer der Seitenarme wurde nach dem Krieg zugeschüttet.

Das Schloss fiel nach der späteren Nutzung als Gästehaus der DDR-Regierung in einen jahrelangen Dornröschenschlaf. Niemand wollte das sanierungsbedürftige Gebäude, das so viele Bewohner und Gäste gesehen hatte, übernehmen. Schließlich fiel das Schloss an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die es ab 2009 als Museumsschloss öffnen wird. Die am Ende der Ossietzkystraße liegenden Gebäude werden heute als Bundesakademie für Sicherheitspolitik genutzt. Das Gästehaus für die Entourage der Staatsgäste hingegen steht ungenutzt und stark vom Vandalismus beeinträchtigt am Rand des Parks.

 

 

 

 

 

 

 

 

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