Berlin-Buch

 

Im Schlosspark Buch

Gefühlt scheint Buch schon nicht mehr zu Berlin zu gehören, aber es ist auch kein typischer Vorort der Hauptstadt. Es liegt im nordöstlichsten Zipfel Berlins und ist der einzige Ortsteil Berlins außerhalb des Berliner Autobahnrings. Für die Berliner Stadtgeschichte ist Buch aber schon lange vor der Eingemeindung ein bedeutsamer Ort gewesen: hier war der Sommersitz des Berliner Oberbürgermeisters und auch der Standort der ersten Krankenhausstadt.

Doch der Reihe nach: schon in prähistorischer und frühgermanischer Zeit war Buch ein bevorzugter Siedlungsplatz, wie eine bedeutende Ausgrabungsstätte westlich des S-Bahnhofs, an der Moorlinse, beweist. Gleich drei Siedlungsphasen, nämlich aus der Mittelsteinzeit (5. Jahrtausend v.Chr.), aus der Eisenzeit (6.-4.Jh. v.Chr.) und aus der römischen Kaiserzeit (2.-4.Jh. n.Chr.) können heute nachgewiesen werden.

Die Herren von Buch bauten sich ein schlossartiges Landhaus mit Orangerie und dazugehörigem Gutshof. .

Statt einer simplen Dorfkirche verfügt Buch zudem über einen barocken Zentralkirchenbau der Region aus dem Jahr 1736. Doch ist der imposante Mittelturm im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt und bei der Wiederherstellung des Kirchenbaus  nicht wieder aufgebaut worden. Auch das Herrenhaus war der DDR-Führung ein Dorn im Auge - aus ideologischen Gründen wurde es kurzerhand abgerissen. Geblieben sind nur der Gutshof, der zu DDR-Zeiten zu einem Künstlerhof umfunktioniert wurde, und der sehenswerte Schlosspark. Die Panke durchfließt diesen nach holländischem Vorbild angelegten Park, indem sie in mehrere Kanäle aufgeteilt wurde. So viele Brücken wie im Schlosspark gibt es nirgendwo sonst an der Panke.

Im Jahr 1898 erwarb die Stadt Berlin das Gut Buch für 3,5 Millionen Reichsmark. Dort wurde ab 1899 Heilanstalten und in den 1920er Jahren die für die damalige Zeit hochmoderne Krankenhausstadt Buch mit fünf verschiedenen Kliniken gebaut. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und zu DDR-Zeiten ist dies so geblieben.

So bedeutend die Bauten (beispielsweise von Ludwig Hoffmann) architekturhistorisch auch sind - heute verfallen viele der noch zu DDR-Zeiten intensiv genutzten Anlagen des Gesundheitswesens. Auch den Höchststand von fast 17000 Einwohnern, den Buch am Ende der DDR einmal hatte, wird der Ort wohl nicht wieder erreichen: die zahlreichen Plattenbauten am südlichen Ortsrand stehen häufig leer oder sind für den Rückbau vorgesehen. Immerhin hat man quer über die Panke zwei Einkaufspassagen in vielen Pastelltönen gebaut, in denen auch die Bibliothek einen neuen Platz gefunden hat. Doch überwiegt in Buch der Eindruck, der einstmals hübsche Villenvorort mit der guten Luft habe auch schon bessere Tage gesehen. Der nordöstlichste Stadtteil Berlins hat heute 13.000 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1375. Dass Menschen aber noch viel früher in Buch gesiedelt haben, wird an der bedeutendsten Ausgrabungsstätte im Berliner Nordosten deutlich.

Buch erhielt erst 1879 einen Haltepunkt an der 1844 gebauten Stettiner Bahn. Der heutige Bucher Bahnhof (1912-14 gebaut) gehört zu der Reihe der denkmalgeschützten Stationen an der Stettiner Bahn. Die Bahnhofshalle wird über eine geschwungene Freitreppe erreicht. 

Wappen von BuchInfo zum Pankeweg: Der Pankeweg führt, von Röntgental kommend, durch Wiesenland auf einer neu trassierten Strecke direkt in den Schlosspark, an dessen Ende die Wiltbergstraße überquert werden muss. Dort befindet sich auch der S-Bahnhof. Der Pankeweg führt zwischen den beiden orangefarbenen Neubauten des Einkaufszentrums weiter und wechselt zwei Mal auf Bucher Gebiet die Panke-Seite. Bitte genau auf die Ausschilderung achten! Am Ende wird die S-Bahn in einer dunklen Unterführung unterquert und es geht links weiter über die Felder. Auf einer Brücke wird der Berliner Ring (A 10) überquert. Von der Brücke aus bietet sich ein guter Blick auf das neue Großwohngebiet Karow-Nord.

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