Toppkieker
Rezepte von Panke, Spree und Müggelsee

TOPPKIEKER - Berliner Rezeptsammlung
Herausgeber: Verlag Neues Deutschland
1017 Berlin, Franz-Mehring-Platz 1
Zusammenstellung und Redaktion:
Fritz Schröder
Gestaltung:
Werner Maltzahn
Zeichnungen:
Karl-Heinz Döring (Umschlag),
Heinrich Zille,
Erich Schmitt,
Klaus Arndt,
Harald Kretzschmar,
Vontra
Satz und Druck:
Betriebsschule »Rudi Arndt«
Gibt es eine spezifische Berliner Küche? - Die Frage ist schon oft erörtert worden. Bei manchem Für und Wider stimmen wohl alle darin überein, daß die Berliner Küche ein Cocktail ist, gemixt aus Eß- und Trinkgewohnheiten von Eingesessenen und Zugewanderten aus allen Richtungen der Windrose, aus dem Osten und Südosten Europas, aus Sachsen und der Mark Brandenburg, aus den Niederlanden und Frankreich.

Ende des 17. Jahrhunderts kamen die Hugenotten in diese Stadt, und daß die Küche der französischen Feinschmecker hier viele gravierende Spuren hinterlassen hat, bezeugen Namen von Gerichten und in den Sprachgebrauch "einberlinerte" Wörter: Bulette heißt im Französischen Fleischklößchen, vielleicht war auch der Boulanger, der Bäcker, in der Nähe, und wer wollte die Mutterschaft von Boutique leugnen für die Budike (Gastwirtschaft)? Für Muckefuck (Kaffee-Ersatz) stand offenbar Mocca faux Pate, was mit falscher Mocca zu übersetzen wäre, und für Grieben Gribletts, wie an der Seine in Speck gebratene Fleischstückchen, genannt werden.
Apropos, Fleischstückchen - damit hat es die Berliner Küche. Gerichten mit feinen und feinsten Fleischstücken begegnen wir in unserem Büchlein sehr häufig, vom Ragout bis hin zur fein durchgedrehten Masse der Bockwurst, deren Name übrigens auf eine Berliner Studentenkneipe des vorigen Jahrhunderts zurückgehen soll. Der Wirt reichte als Imbiß zum Bockbierfeste diese eigens hergestellten Würste.
Mit unserer Berliner Rezeptsammlung legen wir das dritte Kochbüchlein dieser Art vor. Niemand erwarte ein alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk. Viele Küchenmeister haben mehrere Rezepte beigesteuert. Wir wollten die Autorenschaft deutlich machen und so beließen wir Fleisch-, Fisch- und andere Gerichte in bunter Reihenfolge, wie es auch in den vorhergehenden Sammlungen der Fall war.
Man möge sich auch nicht wundern, wenn Eisbein mit Sauerkohl und andere, wie uns dünkt, typisch Berliner Gerichte mehrfach vorkommen. Jeder Koch hat seine »Geheimtips«. Wir wollten Sie Ihnen nicht vorenthalten. Alle Rezepte, falls nicht anders angegeben, sind für jeweils 4 Personen gedacht.
Ein ganz herzliches Dankeschön den Berliner Küchenmeistern und allen Mitarbeitern der Gaststätten, der Interhotels, des Palastes der Republik, des Sport- und Erholungszentrums, der Handelsorganisation, der Restaurants der Konsumgenossenschaften, der MITROPA und der privaten Gaststätten, die uns in ihre Töppe kieken ließen.
Fritz Schröder
Rezepte von Panke, Spree und Müggelsee
Kaninchenkeule auf Kartoffelpuffer
Wildschweinkeule in würziger Soße
Gefüllte Patison mit Käsesoße überbacken
Kasselerbraten in Pumpernickelhülle
Rinderbraten in Berliner Weiße
Gefüllte Schweineschulter in Biersauce
Wildschweinbraten in Speckhülle
Geflügelrolle mit Schwarzwurzeln und Bouillon-Kartoffeln
Geschmorte Hasenkeulen mit Grünkohl
Fischfilet auf Gemüsescheiben in Folie gegart
Sauerkrautpfanne mit Schinken und Jagdwurst
Gemüsesuppe mit Kartoffelklößchen
