Die Südpanke

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Flussbeschreibung und aktueller Planungsstand

Auf Veranlassung Friedrich I. wurde das Gewässerregime der Panke zwischen 1688 und 1713 entscheidend verändert. Um eine schiffbare Verbindung zwischen den Schlössern Charlottenburg und Schönhausen zu schaffen, wurde der Schönhauser Graben ausgebaut und auf Höhe der heutigen Schönwalder Straße mit der Panke verbunden. Der Unterlauf der Panke (heute: Südpanke) verlor daraufhin an Bedeutung.

Im 18. Jahrhundert durchfloss die Panke repräsentative Gärten vor den Toren Berlins. Mit der Industrialisierung wurde das Fließ jedoch zunehmend als Abwasserableiter genutzt: aus der Panke wurde die "Stinkepanke", deren Verrohrung von der Bevölkerung ausdrücklich begrüßt wurde.

Mit dem Mauerbau verlor die Südpanke ihren Anschluss an den Oberlauf und damit ihren ständigen Zufluss. Sie wurde fortan nur noch von Regenwassereinleitungen gespeist. In Berlin (Ost) verbannte man zuletzt 1987 einen Südpankeabschnitt unter die Erde. Der einzige in Berlin (West) liegende Abschnitt war bereits 1956 verrohrt worden, um einen Park anzulegen.

Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie beschloss der Berliner Senat 1992, die Südpanke so weit wie möglich als offenes Fließgewässer wiederherzustellen und sie zum verbindenden Element eines innerstädtischen Grünzugs zu machen. Zu diesem Zeitpunkt waren von 2546 m Fließlänge bereits 2053 m verrohrt.

An dieser Rechenanlage zweigt die verrohrte Südpanke abDie Freilegung der Südpanke

Seit 1990 wird das Ziel verfolgt, die Südpanke als weitgehend offenes Fließgewässer zu aktivieren. Zwischen 1995 und 2006 wurden wurden 483 m des insgesamt 2456 m langen Altarms der Panke freigelegt und mit einem begleitenden Uferweg versehen.

Einzelne Abschnitte:

Südpankepark (zwischen Chausseestr., Liesenstr. und Schulzendorfer Str.):

Der Park wurde 1956 mit Marshallplan-Mitteln angelegt. Eine Freilegung der Südpanke ist in diesem Abschnitt zur Zeit nicht geplant.

Foto: Bauschild am SüdpankeparkGrünzug Südpanke am BND:

Die Freilegung der Südpanke befindet sich in der Bauphase. Das Gewässer soll 2012 Teil eines Grünzugs sein, der den gesamten Block von der Chaussee- bis zur Habersaathstr. durchzieht. Mit der Entscheidung, hier den Hauptdienstsitz des BND anzusiedeln, wurde das städtebauliche Konzept vollständig geändert.

 

 

 

 

Die freigelegte Panke fließt an der neuen Mensa und der Unibibliothek vorbeiSchwarzer Weg / Invalidenpark:

Im Zuge der Freilegung wurde die Trasse 1999 an den Schwarzen Weg verlegt. Wie ein Wehrgraben begrenzt das 260 m lange Teilstück der Südpanke die Westseite des Bundesbauministeriums.

Invalidenstraße:

Unter der Invalidenstraße und der Hannoverschen Straße ist die Panke verrohrt.

Luisencarree:

Der erste wieder freigelegte Abschnitt der Südpanke wurde 1998 fertiggestellt. Die 120 m lange Trasse gehört zu den Außenanlagen eines Wohn- und Geschäftshauskomplexes und wurde in Kooperation mit dem privaten Bauherrn realisiert.

Humboldtuniversität/Campus Nord

2002 bis 2005 wurden 103 m Rohrleitung durch ein offenes Gerinne ersetzt. Umfangreiche Leitungsverlegungen führten zu einer langen Bauzeit und verursachten hohe Baukosten. Auf den letzten 340 m zwischen Mündung und Reinhardtstr. machen Starkstrom- und Fernheizungsleitungen eine Freilegung unmöglich.

Text: Bert Grigoleit vom Büro Grigoleit (Landschaftsarchitektur/Umweltplanung)

Zwischen Charité, Deutschem Theater und Uniinstituten: die SüdpankeFoto: Die Südpanke fließt im Schatten der Charité

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Flyer "Die Südpanke" ist von panke.info herausgegeben worden. Erkundigen Sie sich bei uns, ob er noch verfügbar ist. Die Zusendung erfolgt nur gegen einen Rückumschlag mit Rückporto.