Wo war das Dorf Wedding?

Der Berliner Bezirk Wedding hat mit der Bezirksfusion zum neuen Großbezirk "Mitte" seine Eigenständigkeit verloren. Der Name lebt allerdings im Ortsteil Wedding weiter. Dieser Ortsteil umfasst den Teil des alten Bezirks westlich der Chausseestraße bzw. Reinickendorfer Straße. Der östliche Teil nennt sich hingegen Ortsteil Gesundbrunnen. Aber woher kommt eigentlich der Name Wedding, und wo war der ursprüngliche Siedlungskern zu finden? 

Die Panke im Wedding
Die Panke im Wedding
Zeichnung aus dem Büchlein "Liebe kleine Panke"

Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1251 wurde ein Dorf namens "Weddinge" am Fluss "Pankowe" genannt. Namensgeber dürfte der Ritter Rudolf von Wedding gewesen sein, der aus Dank für seine Teilnahme an den Eroberungskriegen gegen die Wenden größere Gebiete an der Panke als Lehen erhalten hatte.  Der karge Sandboden dürfte jedoch wie so oft in der Mark Brandenburg dafür verantwortlich gewesen sein, dass sich die Dorfgründung nicht halten konnte. Immerhin scheint diese Dorf eine Steinkirche besessen zu haben, da diese im Jahr 1516 als "wüste Kirche" erwähnt wird. Das Rittergut im Dorf hat jedoch weiterbestanden. De Weddinge, de Kare und von Stegelitz waren Lehnsherren weiter Teile der Region und haben immerhin drei Ortschaften im heutigen Berlin ihren Namen gegeben. 1289 ging das Gut, das sich aus der Dorfstelle entwickelt hatte, in den Besitz der nahe gelegenen Stadt Berlin über und gehörte bald zur städtischen Feldmark. Das zu bewirtschaftende Land verwilderte aber zunehmend und diente nicht mehr dem Ackerbau, sondern war Brennholzlieferant für Berlin. Erst 1601 wurde zwischen dem heutigen Nettelbeckplatz, Reinickendorfer Straße, Weddingstraße und Pankstraße wieder ein landwirtschaftlicher Betrieb angelegt, aus dem sich ein Siedlungskern des heutigen Wedding entwickelte. Weitere Gehöfte und Windmühlen befanden sich im Bereich der Chaussee- und Müllerstraße. Als so genanntes Vorwerk gehörte das Gut Wedding schon ab 1603 dem Kurfürsten Joachim Friedrich. Erst im 20. Jahrhundert wurden die letzten Gebäude des Vorwerks abgerissen und die letzten Freiflächen bebaut. Heute erinnert nur noch der Name "Weddingstraße" an das Vorwerk. Ironie der Geschichte: der Ort, wo sich das Vorwerk Wedding befand, und auch die Weddingstraße liegen außerhalb des Gebiets des heutigen Ortsteils Wedding im Bezirk Mitte. Der Nettelbeckplatz aber ist der Nachfolger der alten Weggabelung, wo die Wege nach Reinickendorf und Pankow zusammenliefen.