Pankow an der Panke

Markt in Pankow, 1956
Wochenmarkt in Pankow, 1956

Dass Pankow an der Panke liegt und dem Fluss seinen Namen verdankt, dürfte unschwer zu erraten sein. Die Landgemeinde, der bis zu ihrer Eingemeindung 1920 nach Groß-Berlin niemals Stadtrechte verliehen wurden, hat sich bis heute einen eigenständigen, vorstädtischen Charakter bewahrt. Zwischen der Pankower Kirche und dem Rathaus zeichnen die Straßen immer noch den Dorfanger nach, und die Hauptstraßen folgen den ursprünglichen Wegführungen. Noch vor Berlin wird Pankow im Jahr 1230 erstmals erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert bleibt es ein Dorf mit etwa 200 Einwohnern, das aber von der Nähe zur Residenzstadt Berlin profitierte.

Nicht nur die Wohlhabenden entdeckten Pankow als ausgezeichneten Ort für die Anlage von Sommersitzen und eleganten Landhäusern, auch das einfache Volk strömte an Sonntagen in die Vergnügungslokale und Gartenwirtschaften. Neben der Landwirtschaft, die im 19. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung verlor, spielte auch die Panke eine Rolle in der Pankower Wirtschaft. Wo sich heute der Bürgerpark erstreckt, gab es eine Wassermühle, die um 1800 herum durch eine Papiermühle ersetzt wurde. Feuer und ein Pankehochwasser zerstörten im Laufe der Jahre die Mühlenbauten, die sich das starke Gefälle der Panke in Pankow zunutze gemacht hatten. 1857 kaufte der Verleger Killisch von Horn das Gelände und baute das vorhandene Wohnhaus in ein Herrenhaus um. Das zweieinhalb Hektar große Areal wandelte er mit großem Eifer in einen Privatpark um. Nach seinem Tod gelang es 1907 der Gemeinde Pankow, den Park in Gemeindeeigentum zu überführen, woraus der noch heute bestehende Bürgerpark entstand.

In dieser Zeit war aus dem Dorf vor den Toren der Stadt bereits eine aufstrebende Gemeinde mit ca. 45 000 Einwohnern geworden. Auch die Industrie entwickelte sich: 1874 entstand die Mälzerei der Schultheiß-Brauerei, und auch die Zigarettenfabrik Garbaty war ein bedeutender Betrieb.

Ein wenig pankeaufwärts befindet sich das Schloss Schönhausen auf Niederschönhauser Gemeindegebiet. Es wurde 1691-93 auf Veranlassung des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg durch Umbau eines 1664 entstandenen Herrenhauses zu einer Residenz. König Friedrich II. schenkte es seiner verstoßenen Gattin Elisabeth Christine. Nach der Zerstörung durch russische Truppen wurde es 1794 in seiner heutigen Gestalt hergerichtet, ebenso wie auch der Schlosspark an der Panke. Lenné gestaltete den Park im 19. Jahrhundert erneut um. 1949 – 1960 war das Schloss Amtssitz des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck.

1920 wird Pankow zwar nach Berlin eingemeindet, vererbt aber immerhin auch den Namen an den Bezirk Pankow von Berlin. Dazu gehörten auch die Gemeinden Blankenburg, Blankenfelde, Buch, Buchholz, Heinersdorf, Karow, Niederschönhausen und Rosenthal. Als im Jahr 2001 die Berliner Bezirke Prenzlauer Berg und Weißensee mit Pankow zusammengelegt werden, ist der Name des neuen Großbezirks lange umstritten. Ab März 2001 heißt er zunächst "3., Prenzlauer Berg, Weißensee und Pankow von Berlin". Im Juli 2001 setzt sich wieder der Name Pankows als Bezeichnung für den nunmehr 103 Quadratkilometer großen und mit 360.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Bezirk Berlins durch. Erst im Dezember 2006 wird der Streit beigelegt, und es kann endlich ein Wappen für den Fusionsbezirk entworfen werden.