- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Was geschieht mit der Panke?


Die Panke stellt seit Tausenden von Jahren die Lebensader einer ganzen Region dar. Menschliche Einflüsse haben den Fluss und sein Einzugsgebiet fast bis zur Unkenntlichkeit verändert. Der Fluss wurde für Mühlen aufgestaut, Ackerflächen wurden über die Panke entwässert und ein großer Teil des Baumbewuchses gerodet. Die Ansiedlung von Industrie und die Anlage von ausgedehnten Rieselfeldern haben schließlich zu einer starken Verschmutzung der Panke geführt, die inzwischen wieder abgemildert wurde. Die fast vollständige Veränderung des Flusslaufs und der Uferbereiche haben ebenfalls dazu beigetragen, dass die Panke kaum noch als naturnahes Gewässer wahrgenommen wird. Wir von panke.info haben uns daher zum Ziel gesetzt, das Interesse der Anwohner wieder auf diesen für die Entwicklung des Berliner Nordostens und des südlichen Barnims so bedeutenden Fluss zu lenken und ein Bewusstsein für die Panke als länderübergreifendes, Stadt und Land verbindendes und identitätsstiftendes Element zu wecken.

Foto: An der Stockholmer StraßeEines dürfte jedoch fest stehen: das Bild der Panke wird sich in den nächsten Jahren dramatisch ändern. Auch wenn bis jetzt nur wenig an Veränderungen sichtbar ist, haben die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und das Landesumweltamt Brandenburg mit den Vorarbeiten für die naturnahe Umgestaltung der Panke begonnen.










Foto: Simulation des renaturierten Abschnitts an der Stockholmer Str.Hintergrund ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Diese rechtlich bindende Vorschrift, die im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, hat die Anforderungen an unsere Gewässer dramatisch verschärft. Die Richtlinie fordert einen guten ökologischen Zustand der Flüsse, also auch der Panke. Dieser Paradigmenwechsel für die zukünftige Behandlung unserer Fließgewässer führt zu tief greifenden Veränderungen: stand in den letzten Jahren die Errichtung von Kläranlagen und der Abfluss des Regenwassers im Vordergrund, hat sich nun die Priorität auf die Sanierung und die Renaturierung der Flüsse verschoben.  Die beiden Bundesländer Berlin und Brandenburg haben die Panke als gemeinsames Pilotprojekt für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ausgewählt. Beide Länder arbeiten bei der Entwicklung des sogenannten Gewässerentwicklungskonzeptes eng zusammen. Für die Planung der Maßnahmen hat das Land eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, die sich im Hinblick auf die von Brüssel gesetzte Frist „Panke 2015“ nennt. Diese hat die Planungsarbeit zwischenzeitlich beendet.




Wie wird die Öffentlichkeit informiert?

Eine für die Verwaltung teilweise noch ungewohnte Anforderung, die die Wasserrahmenrichtlinie an die beteiligten Behörden stellt, ist die aktive Information der Öffentlichkeit während aller Arbeitsphasen. Im Fall der Panke erfolgt die Öffentlichkeitsarbeit erstmalig über Beteiligungswerkstätten - ein Forum für alle interessierten Bürger, ob Anwohner, Naturliebhaber oder Angler und für Vertreter von Interessensverbänden. Diese Form der Bürgerbeteiligung ermöglicht es jedem, sich ein Bild von den Planungen zu machen und eigene Vorschläge einbringen zu können. Zusätzlich werden über das Internet Informationen über den Prozess bereit gestellt. Schließlich finden regelmäßig Informationsveranstaltungen unter dem Motto „Tag der Panke“ statt, zu denen ebenfalls jeder interessierte Bürger eingeladen ist.

Tatsächlich wird folgendes geschehen: auf 19 Kilometern sollen neun Querbauwerke zurückgebaut werden. Insgesamt werden 17 Millionen Euro ausgegeben, wobei auch Mittel für die Regenwasserbehandlungsanlagen und die Verbesserung von Regenrückhaltebecken eingeschlossen sind.


Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz teilt mit, dass im März 2011 die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu koordinierende Bauplanung vergeben worden ist. Beauftragt wurde die Arbeitsgemeinschaft GuD - Geotechnik und Dynamik Consult GmbH / Werner Consult Ziviltechniker GmbH. Der Entwurf soll in der ersten Jahreshälfte 2012 vorliegen. Ab 2012 ist das Planfestellungsverfahren vorgesehen.

Weiterführende Links:

Homepage der Senatsverwaltung

Kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus Berlin zum Thema "Panke 2015"

Bereits erschienene Beiträge zu diesem Thema:

Bericht über den "3. Tag der Panke" 2008 in Bernau

Bericht über die Beteiligungswerkstatt in Berlin-Wedding

Informations-Radtour der Abgeordneten Felicitas Kubala (MdA, Berlin) am 12.09.08

Bericht über die zweite Runde der Beteiligungswerkstätten im November 2008

Bericht über den "4. Tag der Panke" im November 2009 in Berlin-Pankow

Die Planung auf dem gesamten Verlauf der Panke

Aktuell:Gewässerexperte Dr. Ludwig Tent über die Panke

http://osmerus.wordpress.com/2011/09/18/panke-berlin/

Potenziale, Chancen, Risiken der Panke-Umgestaltung

 

Artikel in der TU-Zeitschrift intern http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal/forschung/2012/tui0212_begradigt_kanalisiert_verschmutzt/